«Game Night» - eine Komödie à la «Very Bad Trip»
Mittwochs im Kino - Marina De Toro
Einmal pro Woche veranstaltet das Ehepaar Max (Jason Bateman) und Annie (Rachel MacAdams) einen Spieleabend mit ihren engsten Freunden. Seit einiger Zeit treffen sie sich alle heimlich bei dem jungen Paar, da sie die Anwesenheit des seltsamen Nachbarn Gary während der Spieleabende nicht mehr wünschen. Max und Annie sind begeisterte Popkultur und Rollenspielen aller Art und haben an mehreren kleinen Wettbewerben teilgenommen; bei einem Spielturnier haben sie sich auch kennengelernt. Als Max' Bruder Brooks (Kyle Chandler) dem Paar und ihren Freunden einen unvergesslichen Spieleabend vorschlägt, kommen sie alle zu ihm nach Hause und sind gespannt, was er sich für sie ausgedacht hat.
Das Prinzip des Abends ist einfach: Es handelt sich um ein lebensgroßes Rollenspiel, bei dem Brooks eine Szene inszeniert hat, in der einer der Spieler entführt wird. Die anderen sollen ihn mit Hilfe von Hinweisen, die an verschiedenen Stellen des Spiels versteckt sind, finden. Murder Party. Das Paar, das den entführten Teilnehmer findet, gewinnt ein sehr wertvolles Auto aus den 1960er Jahren. Die Spieler müssen jedoch darauf achten, dass sie die Inszenierung nicht mit der Realität verwechseln, und das macht das Spiel ihrer Meinung nach durchaus spannend. Dennoch wird der Spieleabend weder für Brooks noch für die Spieler so verlaufen, wie er sollte, aber er wird dennoch unvergesslich bleiben.
Eine altbekannte Komödie
Die Drehbuchautoren John Francis Daley und Jonathan M. Goldstein von Wie bringt man seinen Chef um? sind wieder da, diesmal jedoch als Regisseure für Spielabend. Das Rezept, das sie für diese amerikanischen Komödien verwenden, ist immer dasselbe: ein paar Charaktere ohne große Tiefe, schräger Humor, groteske Situationen, eine ungewöhnliche Handlung, Actionszenen – und das Ganze gewürzt mit einer Prise Ironie. In den USA ist diese Art von Komödie, ähnlich wie Hangover, entspricht den meisten neuen amerikanischen Komödien, die um das Jahr 2010 herum erschienen sind. Spielabend gehört zu jenen neuen Filmen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie ein besonderes Konzept bieten, um zu überraschen und zum Lachen zu bringen.
Verspielt und ironisch
Während des gesamten Films begleitet der Zuschauer die verschiedenen Protagonisten bei ihrer Suche nach dem entführten Spieler. Die Persönlichkeiten dieser Figuren werden nicht wirklich vertieft; jedes Paar ist eine Karikatur der amerikanischen Mittelschicht oder gar der Oberschicht, die ein Bild vermittelt, das immer idealer ist als die Realität. Brooks zum Beispiel verkörpert im Gegensatz zu seinem Bruder Max perfekt den amerikanischen Traum, indem er seinen Sportwagen zur Schau stellt oder mit seinem kolossalen Vermögen prahlt. In diesem Film steht also nicht die Charakterentwicklung im Vordergrund, sondern vielmehr der Humor und die zahlreichen Anspielungen auf die Popkultur.
Es gibt auch einige Kritikpunkte, darunter die Kritik an reichen Leuten, die nicht mehr wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen, und deshalb Partys veranstalten Fight Club um auf den Sieger eines Kampfes zu wetten. Es werden auch andere Spielformen erwähnt, wie beispielsweise die Suche nach dem Ei, das sich in die Murder Party von Brooks oder die Rätsel, die sich durch den ganzen Film ziehen. Spielabend ist also eine spielerische Unterhaltung nach amerikanischer Art, die mit dem Konzept von Mordparty. Dennoch mangelt es den Figuren und der Handlung an Ambition. Dieser Mangel rührt möglicherweise von der Absicht her, die Fans moderner amerikanischer Komödien nicht zu verunsichern, die großen Wert auf schrägen Humor und skurrile Situationen legen.
Schreiben Sie dem Autor: marina.detoro@leregardlibre.com
Bildnachweis: © Warner Bros.
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