Gehen Sie zu «Aladdin», um sich in die Nächte Arabiens zu wagen
Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci
«Es ist an der Zeit, dass ich euch die Geschichte von Aladdin, der Prinzessin und der Lampe erzähle.»
Vor zwei Jahren war es Die Schöne und das Biest der von Disney vom Zeichentrickfilm zum Film adaptiert wurde. Diesmal ist die Reihe an’Aladdin. Und ich kann Ihnen gleich sagen, dass diese neue Adaption wirklich gut gelungen ist. Da die Disney-Kollektion in unser kulturelles Erbe übergegangen ist, ist es sehr geschickt von der amerikanischen Animationsfirma, ihre kleinen Meisterwerke in Form von Filmen wieder zum Leben zu erwecken.
Natürlich ist Disney eine Geldmaschine und kann davon profitieren, zumal sie sich an ein bereits etabliertes Publikum wendet. Aber man muss ihnen zugestehen, dass es nicht nur um Geld geht, sondern auch um Kunst und Unterhaltung. Diese Zeichentrickfilme waren bereits eine Revolution, Die Filme wiederholen nur den Effekt. Revolution. Wie auch immer, in Bezug auf’Aladdin, Das war auch der Fall bei Die Schöne und das Biest, Aber der militante Hintergrund hat mir den Film etwas unsympathischer gemacht.
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Obwohl man die Geschichte, die Figuren und die Lieder kennt und jedes dieser Elemente fast unverändert aus dem Zeichentrickfilm in den Film übernommen wurde, wird man dennoch von der Stimmung gepackt. Man wird von Zärtlichkeit ergriffen. Man verbringt eine sehr schöne Zeit im Kino. Die Kindheitserinnerungen sind sicherlich nicht ganz unschuldig daran, dennoch ist die Revolution besteht gerade darin, dass Kopieren und Einfügen immer noch Spaß macht.
Außerdem fällt es sofort auf, dass wir es hier mit den Bossen der Filmindustrie zu tun haben. Nicht unbedingt mit Autoren im eigentlichen Sinne, aber mit Bossen. Weil sie ihre Techniken kennen. Weil sie wissen, was sie tun, wohin sie gehen und vor allem, wohin sie uns führen wollen. Weil die Kamera es schafft, mit ihren Figuren im Rhythmus der außergewöhnlichen Lieder von’Aladdin- die 1993 neben anderen Preisen mit dem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet wurden.
Auch die Kulisse ist nicht zu verachten. Wir tauchen in die märchenhafte Stadt Agrabah ein. Sie ist zwar erfunden, aber ihre orientalische Seite kommt gut zur Geltung, selbst wenn sie mit der Karikatur spielt. Sei es durch seine Minarette, seinen Markt oder seine Farben. Seine Farbenpracht. Das ist natürlich nicht realistisch, aber da es sich um eine Fabel handelt, kann man sich nichts Besseres wünschen.
Wer eine Fabel sagt, muss auch eine Moral sagen. Diese ist sehr präsent, aber auch sehr simpel. Man darf nicht vergessen, dass wir uns bei Disney und nicht bei Tarkowski befinden. In diesem Film nach ausgearbeiteten Psychologien und existenziellen Dilemmas zu suchen, wäre so, als würde man in einem Buchladen nach frischem Fisch fragen. Auch wenn die Moral simpel ist, wird sie nicht ins Lächerliche gezogen. Nur wenn du bist, wer du wirklich bist, kannst du Erfolg haben: interessant. Lügen ist nicht gut: Okay, danke. Egoistisch zu sein macht unglücklich: Ok. Wenigstens ist die Lektion nicht ungesund. Und die Kinder können davon träumen, Aladdin liefert eine schöne Botschaft. Und manchmal sind die einfachsten Moralvorstellungen die wirkungsvollsten, selbst für Erwachsene.

Ein weiterer guter Punkt der Ausstattung sind die Schauspieler. Warum die Kulisse? So wie die Farben von Agrabah uns blenden, so blenden auch sie uns. Aladdin (Mena Massoud) und Jasmine (Naomi Scott) haben einen großen Charme und erfüllen ihre Rollen gut. Der Dschinni wird von einem hervorragenden Will Smith verkörpert, der dem Film seinen Humor und seine Leichtigkeit verleiht. Nun bleibt mir nur noch, drei Wünsche auszusprechen: Dass Sie sich den Film ansehen, dass er Ihnen gefällt und dass auch Sie einen Flaschengeist und einen Zauberteppich entdecken, um in die Nächte Arabiens zu reisen, wo Sie vielleicht Ihre Prinzessin im Mondlicht treffen. Um einen blauen Traum der Liebe zu erleben.

Schreiben Sie dem Autor: loris.musumeci@leregardlibre.com
Bildnachweis: © The Walt Disney Company Switzerland
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| VEREINIGTE STAATEN, 2019 |
| Regie: Guy Ritchie |
| Drehbuch: John August, Guy Ritchie |
| Dolmetschen: Mena Massoud, Naomi Scott, Will Smith, Marwan Kenzari, Navid Negahban, Nasim Pedrad |
| Produktion: Walt Disney Pictures, Lin Pictures, Rideback, Marc Platt Productions |
| Verteilung: The Walt Disney Company Switzerland |
| Dauer: 2h09 |
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