«Johnny English schlägt zurück»: Lustig ohne Spannung
Ein guter Spionagefilm hat seine Klassiker: Verfolgungsjagden, bewaffnete Kämpfe, Explosionen, technische Spielereien und Spannung. Aber können wir diese Codes in Bezug auf Johnny English schlägt zurück? Sicherlich, bis zu einem bestimmten Punkt. Bis zu dem Punkt, an dem die Parodie überhand nimmt. Der Punkt, an dem alles durcheinander gerät.
Genau darum geht es! Die Rückkehr von Johnny English (Rowan Atkinson) zum MI7 – mittlerweile Professor für Geografie oder besser gesagt für Geotarnung – steht kurz bevor, nachdem es zu einem massiven Cyberangriff auf London und anschließend auf ganz England gekommen ist. Alle anderen Agenten wurden nach dem Hackerangriff identifiziert oder sogar getötet. Wir haben von Geokamouflage gesprochen, weil der ehemalige Geheimagent seinen Schülern eher die Techniken der Geheimdienste beibringt als die Topografie Englands. Aber na ja! Das ist nur ein Detail!
Er kehrt also in den Dienst Seiner Majestät zurück. Allerdings ist er von all den neuen Technologien etwas überfordert. Geolokalisierung: Damit hat er keine Erfahrung. Augmented Reality: Das ist ihm völlig fremd. Die Smartphones: Um jeden Preis zu vermeiden. Tablets: nicht sein Ding. Hybridfahrzeuge: nutzlos. Gerade bei der Wahl des Autos beginnt die Farce. Denn ja, es ist viel mehr eine Farce als irgendeine Aktion des britischen Geheimdienstes. Das ist bei einer Filmreihe wie „Johnny English“ keine Überraschung.
Ein Film auf Halbformat
Da liegt der Haken! Das Gefühl von Déjà-vu, von Wiederverwertung und von demselben Film, den man endlos immer wieder sieht. So wie die Trailer vor Beginn der Vorstellung übrigens: „Der Grinch“ in 3D oder eine weitere Folge einer Spin-off-Serie von Harry Potter. Gleichzeitig rückt Weihnachten näher. Auch Hollywood will seine Geschenke verteilen. So überrascht es niemanden, dass Johnny Englishs Infiltrationsversuch auf der Yacht des angeblichen Hackers fehlschlägt. Alles läuft schief – das war zu erwarten.
Das weiß man schon, noch bevor man mit den Magnetstiefeln auf das Deck des Schiffes klettert. Während des gesamten Films gibt es weder Überraschungen noch unerwartete Wendungen. Wir hätten uns etwas mehr Tiefe in dieser ganzen Geschichte gewünscht, indem beispielsweise die Spannung ausgebaut worden wäre, die jeden guten Spionagefilm ausmacht. Auch wenn das bei einer Komödie nicht im Vordergrund steht. Es darum geht, dass der Zuschauer nicht immer ahnt, was als Nächstes kommt. Ihn auf die falsche Fährte zu führen. Wären die lustigen Szenen dann nicht noch komischer?
Viel Gelächter, sogar sehr viel; in dieser Hinsicht ist der Film ein voller Erfolg. Auch wenn man das Format bedauert, für das sich Regisseur David Kerr entschieden hat. Es handelt sich um eine Abfolge von Mini-Sketchen. Rowan Atkinson hat jedoch nichts von seinem Talent als Komiker eingebüßt und macht den Film dadurch besser. Er beschert uns insbesondere zwei Kult-Szenen. Ja! Es gibt sie noch! Die erste ist ein unerwarteter und endloser Tanz, der zu einem entscheidenden Durchbruch in den Ermittlungen führt. Mehr zu verraten, wäre Majestätsbeleidigung – noch nie war dieser Ausdruck so treffend, glaube ich. Die zweite ist eine unerwartete und urkomische Reise durch London mit einer Augmented-Reality-Brille auf der Nase. Auch hier kommt die Ermittlung wieder voran.
Darin ist nichts Neues Johnny English schlägt zurück. Es geht wieder von vorne los. Am Ende bleibt nur die Feststellung, dass Rowan Atkinson weder an Glanz noch an komödiantischem Talent eingebüßt hat. Er ist brillant! Ganz einfach. So sehr, dass er den Film ganz allein trägt. Wir hätten uns gewünscht, ihn ab und zu einmal in einer anderen Rolle zu sehen. Für den Schauspieler ist es ein Erfolg, für den Regisseur jedoch schade. Warum hat David Kerr nicht versucht, mehr Emotionen, Spannung oder etwas Neues aus der Filmreihe herauszuholen?
Dem Autor schreiben: [email protected]
Bildnachweis: © Universal Pictures
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