«Stalins Tod» - eine komplette Verschwendung
Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci
«Lang lebe Stalin!»
Moskau, 1953. Das Orchester von Radio Moskau gibt ein edles Konzert. Alles ist schön, alles läuft gut. Nachdem die musikalische Darbietung beendet ist, kalter Schweiß für den Direktor. Genosse Stalin am Apparat: Er will sofort die Aufzeichnung des Konzerts. Das Problem: Der Direktor stellt fest, dass nichts aufgezeichnet wurde. Auf groteske Weise verhandelt er mit den Musikern darüber, das Konzert noch einmal zu spielen. Er muss auch den Saal wieder mit Zuschauern füllen; dazu schickt er Bauern auf die Straße, um sie zu holen.
Als die Aufnahme schließlich «mit einer Verzögerung, die Genosse Stalin wohl bemerkt hat», den Behörden gemeldet wird, steckt die rebellische Pianistin eine beleidigende Nachricht an den Diktator in die Hülle. Stalin erhält die Platte, hört sie sich an und entdeckt die wenigen Worte der Musikerin. Vom Lachen wird er zum Herzinfarkt. Er stirbt. Für die Sowjetunion bricht alles zusammen. Der Ministerrat tritt zusammen; ein neuer Führer muss her. Aber wer und zu welchem Preis?
Scheitern nach wenigen Minuten
Armando Iannuccis Satire begann ziemlich gut. Auch wenn die Kritik am Kommunismus schon oft gesehen wurde, erwartet der Zuschauer angesichts einer leichten und verrückten Projektion, ein wenig zu lachen. Die russische Kleidung ist da, mit ihrem karikaturistischen und volkstümlichen Aussehen. Die Gesichter der Russen auch. Auch die Farben verleihen dem Bild ein falsches, altertümliches Aussehen und die Fotografie ist im Stil stalinistischer Filme geleckt.
Doch schon nach wenigen Minuten dringt kaum noch ein Lachen durch die Stille des Saals. Das Drehbuch will die ganze lächerliche Bürokratie der Union aufspüren, aber die Szenen sind ungeschickt aufgebaut. Sie werden in die Länge gezogen. Als Stalin starb, machte er sich «in die Hose»; die Minister verhandeln in einem katastrophalen Spiel über die Pflicht, ihn zu tragen, während sie sich vor diesem alten Mann ekeln, der sich in Inkontinenz verneigt hat. Der sogenannte Witz dauert zu lange. Er ist lästig.
Nichts rettet absolut nichts
Wenn überhaupt, hätte ein nicht allzu überzeugendes Spiel durch das Bühnenbild als Ganzes etwas gerettet werden können. Die Größe der Gebäude ist da, ihre imposante Majestät auch. Und die Musik: tiefe Geigen bei den Verhaftungen und Evakuierungen. Militär, das sich in engen Korridoren mit gezogenen Waffen drängt und kreuzt. Schüsse auf allen Seiten. Gefangene hier und da. Und doch ist nichts, aber auch gar nichts zu retten.
Die Schauspieler spüren die Kulisse, die sie umgibt, nicht. Sie geben sich damit zufrieden, den Text abzuliefern, den sie am Vortag brav gelernt haben, ohne jede Überzeugung, ohne jede Verkörperung. Sie sind einfach nicht zu retten. Der Zuschauer versteht nun den nichtigen Vertrag, den er mit dem Film geschlossen hat: Nein, er wird nicht lachen, nein, er wird nicht auf intelligente Weise über den Kommunismus nachdenken.
Und um der schäbigen Katastrophe einen Gnadenstoß zu versetzen, die Der Tod von Stalin, In diesem Film sind alle Reden und Sätze in modernem Englisch gehalten, mit vielen «Fucks». Ein gutes Drehbuch und gute Schauspieler hätten es möglich gemacht, dass der Film auf Englisch spielt, aber so ist es nicht. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, dass man mit einer etwas slawischen Sprachumgebung in Berührung kommt. Mehr braucht man nicht zu sagen: Die Schauspieler spielen schlecht, das Drehbuch ist humorlos, die Satire misslungen, der Film ein völliger Reinfall.
« Ich bin erschöpft: Ich weiß nicht mehr, wer lebt und wer nicht mehr lebt.»
Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com
Fotocredit: © Ascot Elite Entertainment
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