«Valerian und die Stadt der tausend Planeten»

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geschrieben von Loris S. Musumeci · 02 August 2017 · 0 Kommentare

Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci

Eine Partnerrubrik von Cinérevue, die Filmsendung von NeuchVox. Nächste Live-Übertragung: Montag, 7. August 2017, 20:30 - 21:00 Uhr

«Schließt Frieden mit eurer Vergangenheit, sonst habt ihr keine Zukunft».»

Alpha, eine kosmopolitische Station. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich hier alle irdischen und außerirdischen Völker niedergelassen. Die UNO-Organisation ist mit Behörden und Ministerien ausgestattet, die in ihrer Größe dem Weltraum ähneln. Zu ihren tapfersten Beamten gehören die jungen Agenten Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne). Nach einer unglaublichen Operation im «Big Market» zwischen verschiedenen Dimensionen erhalten die beiden eine neue Aufgabe: den Schutz von Commander Filitt, dem Oberbefehlshaber des Heeres.

Eine Bedrohung hat sich in der Station eingenistet. Eine unbekannte Spezies besetzt ein Gebiet, aus dem keine der Sicherheitskräfte herauskommt. Ein absolutes Mysterium, bis diese Wesen, die wie Cameronianische Avatare aussehen, mitten im Sicherheitsrat auftauchen, alle Wachen lahmlegen und den Commander entführen. Valerian muss ihn retten, koste es, was es wolle. Außerdem ist er sich sicher, dass er diese Fremden bereits im Traum kennengelernt hat. Von hier aus beginnt für den Helden ein Abenteuer in die Tiefen des Risikos und seiner Seele. Laureline, nicht weniger seine Geliebte als auch seine Mitarbeiterin, folgt ihm.

Meisterwerk der Fantasy

Die freie Adaption des sechsten Bandes der Sammlung Valerian und Laureline : Der Botschafter der Schatten (1975) erweckt die galaktischste französische Comicserie von vor zwei Generationen zu neuem Leben. Luc Besson, der mittlerweile nur noch mit seinem Talent zu überraschen weiß, war als Kind von diesen Alben begeistert. Er verschlang sie, kaum dass er sie erhalten hatte. Ein solcher Hintergrund zwang ihn, seinen Film viele Jahre lang zu reifen. Der Presse verriet er sogar, dass er bereits während der bahnbrechenden Realisierung des Fünftes Element, aus dem Jahr 1997. Der Meister des europäischen Fantasyfilms ist heute der Meinung, dass dieser Film «wie ein Kurzfilm aussieht im Vergleich zu Valerian und die Stadt der tausend Planeten ».

Kurz gesagt, es gibt einen Anspruch auf ein Meisterwerk. So soll es sein. Die Verwendung eines solchen Prädikats ist zwar verdient, muss aber auf ein bestimmtes Genre - eindeutig Fantasy - und ein bestimmtes Publikum, nämlich Kinder und Jugendliche, beschränkt werden. Die Unschuld und Einfachheit der Handlung sowie die Allgegenwärtigkeit der digitalen Technik stellen die Bedingung. Abgesehen davon ergibt sich aus den beiden genannten Punkten eine aufrichtig humanistische und barmherzige Botschaft für den einen und ein verblüffendes Spektakel für den anderen.

Humor und Schamgefühl

Zum Erfolg trägt auch das Spiel der Haupt- und Nebendarsteller bei. Dane DeHaan und Cara Delevingne gefallen schon von Natur aus durch ihre Vitalität und ihr köstliches Aussehen. Aber sie haben auch noch Witz! Ihre kleinen Verführungsspiele sind nicht einfach nur süß, sondern bringen einen wirklich zum Lachen. Der männliche Machismo bleibt trotz der ständigen Antworten der feministischen Dame bestehen. Die alten Paare im Saal erkannten sich selbst wieder, und auch die «Rednecks». Das konnte man an dem gelegentlichen Gekicher während der Vorführung hören. In Wirklichkeit ist der Film selbst, als Ganzes gesehen, lustig. Es ist ein sehr französischer Humor, der Anachronismen mit leichten gesellschaftlichen Parodien verbindet.

Auch wenn der Zuschauer vom Lachen nicht zu Tränen rührt, so ist er doch emotional berührt. Ernste Themen wie instabile Liebe, finanzielle Not oder noch schlimmer soziale Ausgrenzung, das Schicksal von Flüchtlingen ohne Zukunft und der Völkermord an einer ethnischen Gruppe werden mit Scham und Aufmerksamkeit behandelt. «Welchen Sinn hat es für eine Immigrantin fern der Heimat frei zu sein?» bringt die Prostituierte Bubble, die von Rihanna dargestellt wird, hervor.

Anhänger des Genres oder nicht, Valerian und die Stadt der tausend Planeten hält eine Garantie: die Garantie der Unterhaltung für jeden. Luc Besson, ein Mann, dem man vertrauen kann, hat dies versprochen, indem er sich mit vollem Körpereinsatz und ohne Berechnung in dieses Werk stürzte, das das Herz Lichtjahre vom Alltag entfernt.

« Es ist eine sehr arme Liebe, die man berechnen kann.»

Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com

Bildnachweis: © linternaute.com

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