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«Zehn Tage ohne Mama: Bitte...

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geschrieben von Jonas Follonier · 26. Februar 2020 · 0 Kommentare

Achtung, Rübe! Zehn Tage ohne Mama ist ein schlechter, weil völlig aufgewärmter Familienfilm. Franck Dubosc rettet kaum diese Komödie, die nicht nur ein erschreckendes Drehbuch hat, sondern auch Klischees aneinanderreiht und durch das katastrophale Spiel der anderen Schauspieler überrascht.

Zunächst einmal muss klar sein, dass Familienfilme ein edles Genre sind. Es ist zwar ein inoffizielles Genre, das man sich gerne mit Mama und Papa oder mit den Kleinen im Wohnzimmer ansieht, aber es hat nicht nur seine Berechtigung und seinen Nutzen, sondern auch seine Genialität. Welche Intuitionen und welches Talent braucht man, um so etwas herauszubringen wie Kohlsuppe, Die Besucher I, Der Weihnachtsmann ist ein Dreckskerl oder in jüngerer Zeit, Der Vorname und Cornelius oder der heulende Müller! Daran besteht kein Zweifel.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Jedes Genre hat seine Juwelen und seine Fehlschläge. Wenn der kommerzielle Charakter eines Werks nicht viel über seine Qualitäten oder Fehler aussagt, gilt das auch für die Ader der sogenannten Familienfilme. Jedes Unternehmen kann ein Erfolg, ein Misserfolg oder ein halbherziger Erfolg sein, und ceteri, et cetera. Die Absicht eines Künstlers spiegelt sich nicht unbedingt im Ergebnis wider. Und so kommt es, dass Zehn Tage ohne Mama hat nur sein Publikum als Familie.

Franck Dubosc rettet diesen Rüpel kaum

Man muss sagen, dass die Komödie von Ludovic Bernard außer der Anwesenheit von Franck Dubosc im Zentrum seiner Besetzung nichts für sich hat. Das fängt schon bei der Inhaltsangabe an. Antoine, der Personalleiter einer großen Baumarktkette, hat eine Chance von eins zu zwei, Generaldirektor der Firma zu werden. Doch dann beschließt seine Frau, die sich zu Hause um alles kümmert, von einem Tag auf den anderen, mit ihrer Schwester zehn Tage auf die Kykladen zu fliegen, um Dampf abzulassen.

Sie kennen das ja schon... Antoine muss sich allein um seine vier Kinder kümmern, obwohl beruflich gerade eine entscheidende Phase ansteht. Wie Sie sich denken können, geht die Haushaltsführung schief, weil er sich immer nur um seine Arbeit gekümmert hat. Und wie Sie vielleicht auch schon vermutet haben, wird ihm schließlich klar, dass er sich nicht genug um seine Familie gekümmert hat.

Die Schauspielerin Aure Atika, die die Rolle der Mutter der Familie spielt.

Wenn wenigstens die Familienabenteuer im Haus während der Abwesenheit der Mutter knackig wären, hätte man lauthals lachen können, ohne viel nachzudenken, und mit leichtem Kopf nach Hause gehen können. Aber nein, nichts allzu Böses und vor allem nichts Neues unter der Sonne. Der Film reiht alle Klischees über den Vater, der von seinem Berufsleben besessen ist, über die Personalspezialisten, die keine Ahnung von Menschen haben, über die Mutter, die zu allem «Ja Amen» sagt und eines schönen Tages beschließt, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, über die liebenden Kinder, die den Vater zu einem besseren Menschen machen werden, aneinander. Kurzum, ein Sammelsurium von aufgewärmtem Unsinn. Schlimmer noch: Die Nebendarsteller, allen voran Autre Atika (die Mutter der Familie), spielen, als befänden sie sich in einem Werbeclip. Leider nicht zu empfehlen.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

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Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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