Isabelles Blick: Faulheit

2 Leseminuten
geschrieben von Isabelle Schönbächler · 02. Februar 2023 · 0 Kommentare

Die sehr provokante französische Abgeordnete Sandrine Rousseau hielt es kürzlich für angebracht, ein «Recht auf Faulheit» zu verkünden. Die Aufregung war groß. Aber warum kommt die Verbindung dieser beiden Begriffe so schlecht an? Eine Entschlüsselung anhand des Begriffs "Faulheit".

Faulheit ist die letzte der sieben Todsünden, was nichts Gutes für sie verheißt. Philosophisch gesehen ist Faulheit weder eine Fähigkeit noch ein Gefühl oder eine Emotion, sondern eine Veranlagung, oder genauer gesagt das Fehlen einer Veranlagung: die Bereitschaft, sich anzustrengen. Faulheit bedeutet, dass man nicht bereit ist, sich anzustrengen, ja, dass man sogar ungeeignet ist, sich anzustrengen.

Aber was ist Anstrengung? In der Mechanik bezeichnet Kraft eine Belastung oder eine Reihe von Belastungen, die auf ein System ausgeübt werden, das dieser Belastung Widerstand entgegensetzt, bis es schließlich bricht. Übertragen auf das menschliche Verhalten ist Anstrengung der Einsatz von Kraft und Energie.

Dieser Inhalt ist unseren Abonnenten vorbehalten.

Wenn Sie ein Konto haben, loggen Sie sich ein. Ansonsten entdecken Sie unsere verschiedenen Abonnements und erstellen Sie ein Konto ab CHF 2.50 im ersten Monat.
Isabelle Schönbächler
Isabelle Schönbächler

Isabelle Schönbächler, ausgebildete Physikerin und Philosophin, liefert alle zwei Wochen in Form einer Kolumne eine kurze philosophische Analyse eines menschlichen Merkmals oder eines gesellschaftlichen Phänomens, ausgehend von einem aktuellen Ereignis.