Während John Rawls die umverteilende Steuer als eine Anwendung des Gerechtigkeitsprinzips definiert, die Ungleichheiten zwischen Individuen ausgleichen soll, setzt Robert Nozick sie mit Zwangsarbeit gleich. Diese Kontroverse des XX. Jahrhundert ist immer noch aktuell.
In den 1970er Jahren erreichte die Debatte über die Rolle des Staates zwischen den amerikanischen Philosophen John Rawls (1921-2002) und Robert Nozick (1938-2002) ihren Höhepunkt, als sich die Frage nach der Steuer stellte. Diese erschien als zentraler Teil der allgemeineren Problematik der sozialen Gerechtigkeit, deren Grundlagen Rawls in seinem 1971 veröffentlichten Werk Theorie der Gerechtigkeit legt. Dieses komplexe Werk ist um eine These herum aufgebaut, die ihrerseits leicht zu erfassen ist:
«Die Umstände der Gerechtigkeit können als die Gesamtheit der normalen Bedingungen definiert werden, die die Zusammenarbeit sowohl möglich als auch notwendig machen.
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