Unter dem Anschein von Humanismus offenkundige Gewalt
Seit mehreren Tagen, ja sogar seit mehreren Wochen schon, wird die Place de la République in Paris von einer Menge von Revolutionären überrannt, die sich «Nuit Debout» nennen. Ihr Ziel? Gegen den Kapitalismus zu protestieren und «humanistische» Werte zu vertreten.
Wie so oft verbergen sich hinter den guten Absichten der „Bobo“-Linken (oder „Bobette“, wenn Sie so wollen) in Wirklichkeit eine intolerante und sogar totalitäre Gesinnung. Am 16. April dieses Jahres besuchte der Essayist Alain Finkielkraut gemeinsam mit seiner Frau die Demonstration, um mit eigenen Augen zu beobachten, was dort vor sich ging – ohne den Filter der Medien.
Ob man nun mit seinen Ideen einverstanden ist oder nicht, niemand käme auf die Idee, dem betreffenden Autor das Recht abzusprechen, sich auf diesem öffentlichen Platz aufzuhalten. Und doch … wären die Ordnungskräfte nicht vor Ort gewesen, hätte ein Akademiemitglied vielleicht im Krankenhaus gelandet. Tatsächlich wurde Alain Finkielkraut in dieser Frühlingsnacht von linksextremen Aktivisten mit unbegründeten Beleidigungen überschüttet, körperlich angegriffen und vertrieben.
Wieder einmal zeigt sich das Ungeheuer: Unter dem Deckmantel der Offenheit verbirgt sich extremer Sektierertum; hinter einer humanistischen Fassade verbirgt sich offensichtliche Gewalt; unter dem Namen der Demokratie verbirgt sich Faschismus. Toleranz findet man nicht immer dort, wo man sie vermutet. Wenn es in dieser Finsternis einen Verfechter der Aufklärung gäbe, einen Republikaner auf diesem Place de la République, dann wäre es zweifellos Alain Finkielkraut.
Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com
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