Le Regard Libre Nr. 24 - Jonas Follonier
Am 29. Januar wurde Benoît Hamon zum sozialistischen Kandidaten für das Amt des französischen Präsidenten gewählt, wobei er seinen Gegenkandidaten Manuel Valls deutlich hinter sich ließ. Dieses Ereignis belegt, dass nicht alle Nostalgiker, die sich nach links orientieren, die Sozialistische Partei Frankreichs verlassen haben, um sich Jean-Luc Mélenchon oder Marine Le Pen anzuschließen. Sie sind auch innerhalb der Partei selbst zu finden. Man nennt sie die Frondeure. Und diese Wahl zeigt uns, dass sie innerhalb ihres Lagers in der Mehrheit sind.
Diese Entscheidung der sozialistischen Aktivisten ist fragwürdig. Manuel Valls verkörperte trotz all seiner Fehler zwei Tendenzen: einen gewissen Liberalismus in Wirtschaftsfragen und einen sehr festen Ansatz in Bezug auf die republikanischen Werte. Kurz gesagt, Valls scheint wie Hollande die heutige Realität so zu sehen, wie sie ist. Währenddessen glaubt Benoît Hamon, er sei modern, indem er ein universelles Grundeinkommen verspricht.
Abgesehen von seinem Alter und seiner philosophischen Dimension, die die Idee von Arbeit und Verdienst entwertet, offenbart dieser Vorschlag seine ganze Absurdität, wenn man sich mit den Zahlen beschäftigt. Frankreich ist bis über beide Ohren verschuldet, es gibt sehr viele Arbeitslose, es hat das großzügigste Sozialsystem Europas, und nun soll der Staat 400 Milliarden Euro zusätzlich zu allen anderen Hilfen ausgeben, um ausnahmslos allen Menschen jeden Monat eine bestimmte Summe Geld auszuzahlen? Diese Idee klingt verrückt.
Hamon ist jedoch nicht der erste Sieger der Primaire citoyenne. Die beiden eigentlichen Gewinner heißen Mélenchon und Macron: In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen können die Wähler der Linken je nach ihrer Gesinnung einen Kandidaten wählen, der liberaler als Hamon (Macron) oder noch weniger liberal als Hamon (Mélenchon) ist. Wichtig ist auch, dass die beiden Einzelkandidaten in Fragen wie Europa, Kultur oder Terrorismus eine viel aussagekräftigere und weniger weiche Optik entwickeln.
Die französische Linke wird in diesem Jahr die Namen mit «on» tragen: Mélenchon, Hamon und Macron. Wir werden sehen, wer von den drei kleinen Schweinen sich gegen die Wölfin und Fillon behaupten kann.
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Titelbild: Benoît Hamon, sozialistischer Kandidat für das Amt des französischen Staatspräsidenten (Quelle: Wikimedia 4.0)