Wahlen in Mexiko: Trump im Hintergrund, Drogen im Vordergrund
Glass ballot box and a small Mexico flag. 3d-Illustration
Les lundis de l'actualité - Clément Guntern
Die 1er Juli 2018 fanden die allgemeinen Wahlen in Mexiko statt. Sowohl das Parlament als auch die Gouverneure, Bürgermeister oder der Präsident mussten vom mexikanischen Volk bestimmt werden. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes wird mit Andres Manuel López Obrador ein Linker in Mexiko-Stadt sitzen. Dieser populäre Vorstoß zugunsten eines Mannes außerhalb des traditionellen politischen Systems Mexikos, auch wenn er zuvor eine lange politische Karriere hinter sich hatte, sollte nicht mit der Wahl von Donald Trump auf der anderen Seite der Grenze verglichen werden.
Dennoch wird eine der dringendsten Herausforderungen für Obrador vor allem von der anderen Seite der Grenze kommen. Sein turbulenter Kollege aus dem Norden verspricht seit Beginn seines Wahlkampfes, das Freihandelsabkommen NAFTA mit Mexiko und Kanada aufzukündigen, da er glaubt, dass es für die USA ungünstig ist. Sollte Präsident Trump seine Drohungen wahr machen, würden die Folgen eines Rückzugs letztlich auch die USA treffen, da sich die mexikanische Wirtschaftslage stark verschlechtern würde und die südamerikanischen Staaten nicht mehr einen mittelamerikanischen, sondern einen mexikanischen Zustrom zu verzeichnen hätten. Der Hebel der Migration bleibt also in mexikanischer Hand, um zu versuchen, Trump vom Status quo zu überzeugen, was für einen Präsidenten, der nicht an das Denken glaubt oder dazu nicht in der Lage ist, sehr schwierig ist.
Die größte Herausforderung für Präsident Obrador bleibt jedoch die innenpolitische Situation und der schreckliche Drogenkrieg, der das ganze Land erschüttert und mehr als 83.000 Menschen das Leben gekostet hat - nach Syrien der derzeit zweittödlichste Konflikt der Welt. Der Drogenhandel existiert in Mexiko, das zwischen den Produktionsländern im Süden und dem großen Konsumenten im Norden liegt, schon seit sehr langer Zeit. Auch wenn der Handel schon lange fortgeführt wird, ist die Situation erst seit den 2000er Jahren eskaliert. Dieses Datum fällt leider mit der Einführung einer echten Demokratie in Mexiko zusammen.
Vor 2000 war die PRI (Partei der institutionalisierten Revolution) seit der mexikanischen Revolution in der Zwischenkriegszeit an der Macht und hatte ein klientelistisches und kooperatives System entwickelt, auch wenn regelmäßig Wahlen stattfanden. Die PRI schuf einen Bundesstaat. Nur auf dem Papier, denn die Systempartei PRI beherrschte alle Bereiche der Politik und unbequeme Gouverneure wurden ihres Amtes enthoben. Der mexikanische Staat zeigt seine Macht während des XX.. Jahrhundert, indem sie die Exzesse des Drogenhandels mit einer zentralen Polizei bekämpfte. Exzesse nur deshalb, weil die Gewalt teilweise durch einen Pakt zwischen dem Staat und den Drogenbaronen verhindert wurde: Gegen eine bestimmte Geldsumme und die Garantie, in ihren Aktionen friedlich zu bleiben, ließ die PRI-Regierung ihre Barone gedeihen.
Dieser Status quo wurde durch die Einführung der Demokratie in den 2000er Jahren erschüttert. Es entstand ein echter Bundesstaat, der nicht mehr nur auf dem Papier stand, und jeder Staat entwickelte seine eigene, mehr oder weniger gut ausgebildete Polizei. Außerdem verhinderte die Demokratie, dass der Pakt mit den Drogenbaronen fortbestehen konnte, und der totale Kampf gegen die Drogenhändler wurde eröffnet. Da der Zentralstaat jedoch keine eigene Polizei hat, greifen die lokalen Ordnungskräfte mit ihren Mitteln ein und sind oft Ziel der Korruption der Banden. Die beiden Situationen der Demokratie (Ende des Paktes) und des Bundesstaates haben die Entstehung einer unhaltbaren Situation für das mexikanische Volk ermöglicht.
Für viele Beobachter könnte Obardor der richtige Mann für diese Aufgabe sein. Als erster Präsident Südmexikos seit sehr langer Zeit hat er eine Umverteilungspolitik versprochen, um den vom Drogenhandel betroffenen Regionen eine Zukunftsperspektive zu bieten. Der Kampf für eine echte Demokratie, die noch von PRI-Reflexen strukturiert ist, muss ebenfalls geführt werden, all dies, um ein sicheres und wohlhabendes Mexiko zu ermöglichen.
Schreiben Sie dem Autor : clement.guntern@leregardlibre.com
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