Credit Suisse Session: «Misstrauen» und «trauriges Schauspiel».»
Credit Suisse und der Bundesplatz in Bern, 22. März 2023 © Wikimedia CC 4.0
Nach einer zweitägigen Sondersitzung lehnte das Parlament den Rettungsplan des Bundesrates für die Credit Suisse symbolisch ab. Die Entscheidung hat keine direkten Auswirkungen, zeigt aber einige Herausforderungen auf, wie die Presse am Donnerstag feststellte.
Das Signal ist eine Ohrfeige für den Bundesrat: Die Schweizer Medien sind sich darin einig. Die Neue Zürcher Zeitung ist der Meinung, dass die Ablehnung der Kredite «mehr als eine “politische Schelte”, mehr als ein Protest-Nein» sei: «Die Politik funktioniert genauso wie der Bankensektor, sie lebt vom Vertrauen. Und das Nein des Parlaments ist ein Misstrauensvotum», so Karin Keller-Sutter. Die Weltwoche hält dies für eine umso bitterere Niederlage für die FDP-Ministerin, als sie zuvor versichert hatte, dass der «Finanzplatz beschmutzt werden könnte, wenn das Parlament die Kredite ablehnen sollte.»
Das Projekt der Exekutive wurde von der Legislative nicht unterstützt, weil die SVP, die Grünen und die SP das Projekt im Nationalrat zweimal mit großer Mehrheit ablehnten. In einem Wahljahr werden die beiden Parteien, die eine Regierungsmehrheit bilden, in den Leitartikeln besonders kritisiert. Die Freiheit In der französischen Zeitung «Le Monde» heißt es: «Man kann nicht ständig auf beiden Seiten spielen, indem man die Wahlvorteile einer Oppositionspolitik nutzt und gleichzeitig die runden Vorteile eines Sitzes in der Regierung annimmt». Die Zeitung fügte hinzu: "Aber was haben die drei Parteien noch erreicht, als sie das Projekt versenkten? Nichts, nur das Fehlen jeglicher Versprechen, selbst wenn sie nur deklamatorisch sind. Was für ein trauriges Schauspiel".
Ruf nach Konkretem
Aber das Wichtigste ist anderswo laut Die ZeitEs geht um die künftige Beziehung der Schweiz zu ihrem Finanzplatz, die dem Gemeinwohl des Landes dient«. Die Westschweizer Tageszeitung forderte »mindestens zwei Wege«, um die Zukunft vorzubereiten: »eine Stärkung des Aufsichtsorgans Finma« und »eine strengere Regulierung der Managerboni«.
Ganz allgemein hoffen die Kommentatoren, dass das Parlament es wagen wird, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Die Zeitung 24 Stunden bedauert, dass der Ständerat die Entscheidung über die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission auf den Frühsommer verschoben hat. ‘Die Regierung hat das Recht, das Dringlichkeitsrecht anzuwenden, aber das Parlament hat die Pflicht, sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß durchgeführt wurde.«
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