Eine reichhaltige Dokumentation löst unsere Unkultur
Der berühmte Mythos adaptiert beim Castellinaria-Festival
Au-delà du travail d’enquête
Zu den Klängen meines quietschenden Plattenspielers, Bechets Klarinette und des nächtlichen Regens bereite ich mich darauf vor, diesen Artikel zu schreiben. Die Stimmung ist gesetzt. Vintage, Jazz, Romantik und ein Thema, nämlich das des Regisseurs, der mich seit vielen Jahren fasziniert: Woody Allen. Er war der erste und einzige, der mir Filme vorschlug, die aus meinem Kopf zu kommen schienen, und seine halluzinierenden Gedanken, aber auch der erste, der in meine Träume und Leidenschaften eindrang. Hier ist Allen aus der Sicht einer, wie man sagen würde, «Verehrerin».
Rätselhaft, schwer fassbar, unwiderstehlich
Muss man ihn sehen? Sicherlich.
«Die Shoah hat dem 20. Jahrhundert eine entscheidende Krise ins Herz geschrieben, die es unwiderruflich geprägt hat. Das Kino war die Kunst des 20. Jahrhunderts», schreibt Jean-Michel Frodon. Es ist daher verständlich, dass die siebte Kunst heute einen wesentlichen Teil der Auseinandersetzung mit dem Holocaust darstellt. Jeder Film zu diesem Thema führt zu Polemiken, Kontroversen und Debatten, aber er wirft einen neuen Blick auf das unergründliche Geheimnis der Shoah, der Vernichtung des Menschen durch den Menschen. Welche starke Verbindung besteht zwischen dem Film und der Shoah? Und inwiefern veranschaulichen oder bedingen Filme eine einzigartige Beziehung zu diesem Ereignis?
Es handelt sich nicht um eine beliebige Autobiografie. Der Werdegang des Protagonisten, der sich selbst erzählt, spielt eine Rolle, aber das ist nicht alles. So beeindruckend Woody Allens Filme auch sein mögen, so wenig Spaß macht es, einen 534 Seiten starken Wälzer zu lesen, der weder in Teile noch in Kapitel unterteilt ist. Hier geht es nicht um Erinnerungsarbeit, sondern um Unterhaltung. Der Regisseur schlüpft erneut in das Gewand eines Schriftstellers, um ein Leben zu romantisieren, das ebenso urkomisch wie lächerlich und daher rührend ist. Die Lektüre von Soit en passant bedeutet, eine gute Zeit voller Lachen und Komplizenschaft mit dem Hauptbetroffenen zu verbringen.
Pourvu que le prochain gag soit moins stupide