Für Kant, den deutschen Philosophen, ist die Lüge immer eine zu verbietende Handlung, da sie das Vertrauen innerhalb der Gesellschaft zerstört und das moralische Gesetz im Menschen ankratzt. Bei Constant, dem französischen Philosophen, kann das Lügen je nach Kontext tugendhaft sein. Gekreuzte Blicke.
Unter allen Formen von Lügen, die unseren Alltag bevölkern - Unterlassungslügen, fromme Lügen, eigennützige Lügen, pathologische Lügen - scheint eine einzigartige Kategorie in diesen unruhigen Zeiten die Oberhand zu behalten: die schamlose Lüge.
Es mag wie eine banale Phrase klingen, nach dem Motto «Es gibt keine Hitze ohne Kälte», aber der Hinweis darauf, dass es keine Lüge ohne Wahrheit gibt, hat den Vorteil, eine Tatsache auf den Tisch zu bringen, die heute in einigen intellektuellen Sphären zu sehr in Vergessenheit geraten ist: Es gibt die Wahrheit.
Im Juni rief Macron dazu auf, «Russland nicht zu erniedrigen», was als Aufforderung verstanden wurde, Putin nicht zu erniedrigen. Das Netz war voll von beleidigten und sarkastischen Reaktionen. Der Grund für diese Art von Rachsucht liegt im Konzept der Demütigung.
Die Gesellschaft scheint gespalten zu sein zwischen Menschen, die ihren Gefühlen folgen, um ihre Identität, insbesondere ihre sexuelle Identität, zu erklären, und denjenigen, die sich auf die Biologie stützen. Einige Juristen weisen auf die Fehlentwicklungen hin, zu denen das Recht führen kann, wenn es sich auf das Gefühl stützt.
Les récits de la fin du monde ont traversé toutes les époques et existent aujourd’hui encore. Ces prédictions funestes cachent...
Was wäre, wenn Europa in dem in der Renaissance entstandenen Antagonismus zwischen der christlichen und der wissenschaftlichen Weltanschauung bestünde? Dieser Gegensatz war in den verschiedenen Epochen immer in unterschiedlicher Form präsent. Heute wird er auf einer neuen Ebene ausgetragen: Einige behaupten, dass eine materialistische Weltanschauung angesichts der heutigen physikalischen Theorien nicht mehr möglich sei.
Die Grenze, die in den letzten sechzig Jahrzehnten in den westlichen Ländern zunehmend verpönt war, kehrt in diese Länder zurück. Die Rede von einer Welt ohne Grenzen ist aus mehreren Gründen nicht mehr so verlockend. Die russische Invasion in der Ukraine zeigt eindrücklich, dass es absurd ist, von Unabhängigkeit ohne Territorium zu sprechen. Darüber hinaus wird deutlich, dass die Idee eines vereinten Europas angesichts der zahlreichen Herausforderungen unserer Zeit (Krieg, Terrorismus, Einwanderung ...) die Anerkennung seiner Außengrenzen als Verlängerung der Binnengrenzen der Länder, aus denen es sich zusammensetzt, voraussetzt. Grenzen sind die Markierungen der Geschichte eines Landes: Sie definieren nicht nur die geografischen, sondern auch die kulturellen Konturen des Landes. Dies ist zumindest der Gedanke, den man aus Régis Debrays "Lob der Grenzen" ziehen kann.
DOSSIER «LE GRAND RETOUR DU NUCLEAIRE», Jonas Follonier | Libéral classique? Libertarien? Il est en tout cas de ceux que la presse qualifie volontiers de «néo-libéraux» ou «ultra-libéraux» – des étiquettes pas forcément sympathiques. Mais les étiquettes et leur caractère sympathique (ou non) ne nous intéressent guère au Regard Libre. Voilà un analyste politique et économique qui compte, fréquemment invité dans les médias français (et pas seulement L’Opinion ou Le Figaro) et dont l’essai paru en 2021, Les écologistes contre la modernité, est passionnant. On pourra se trouver en désaccord profond avec une partie de ses opinions, voire leur totalité. Pour autant, une confrontation à sa hauteur de vue ne peut être que stimulante. De cet ouvrage offrant une critique en règle des fondements anti-capitalistes de l’écologie radicale, nous retiendrons notamment le plaidoyer enflammé et argumenté de l’auteur en faveur de la société industrielle et de l’énergie nucléaire.