Neutralität war nie einer korsettartigen Definition unterworfen. Das zeigt sich in ihrer gesamten Geschichte. Sie hängt vom Wohlwollen der anderen Mächte ab und erhält ihren Sinn nur, wenn man bereit ist, sie im Kontext des jeweiligen Augenblicks zu verstehen.
Tom Clancys Zukunftsroman «Roter Sturm» und Francis Fukuyamas Essay «Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch», die im Abstand von sechs Jahren veröffentlicht wurden, stehen in einem krassen Gegensatz zueinander: Auf die Angst vor einem Weltkrieg folgt die Euphorie über einen Sieg der Demokratien. Auch Fukuyama erzählt auf seine Weise von einer unerfüllten Zukunft.
Irène Hermann ist Professorin für Geschichte an der Universität Genf und Spezialistin für die Schweizer Neutralität. Die Neutralität steht heute unter besonderer Beobachtung, war aber für die Historikerin nie eindeutig und wird von ihr im Hinblick auf die Vergangenheit entmythologisiert. Interview.
Der Wokismus ist nicht nur in akademischen und künstlerischen Kreisen weit verbreitet, sondern auch in der Politik. An vorderster Front: die europäischen Institutionen. Ein Blick auf die Temperatur.
Nur wenige Menschen hatten den Ausbruch des Krieges in der Ukraine vorausgesehen, zum Teil weil er Merkmale aufweist, die an einen Krieg erinnern, der vor vierzig Jahren hätte stattfinden sollen. Der 1986 erschienene Roman «Roter Sturm» erweist sich gerade deshalb als visionär.
Nach einer zweitägigen Sondersitzung lehnte das Parlament den Rettungsplan des Bundesrates für die Credit Suisse symbolisch ab. Die Entscheidung hat keine direkten Auswirkungen, zeigt aber einige Herausforderungen auf, wie die Presse am Donnerstag feststellte.
Sechs Umweltaktivisten haben am Karfreitag im Kanton Uri die Autobahn blockiert. Auseinandersetzungen, Staus und Polizeieinsätze – das ist die «gewaltfreie» Mobilisierung, obwohl es doch gerade in der Schweiz so viele legale und wirksame Mittel gibt.
Jean Romain, ein bekannter Genfer Schriftsteller und Politiker, war lange Zeit als Professor tätig, unter anderem für Philosophie. Als Verfasser eines «Offenen Briefes an diejenigen, die noch an die Schule glauben» aus dem Jahr 2001 vermittelt er uns heute seine Sicht auf eine Institution, die er gut kennt.
Die Schule kristallisiert viele Debatten heraus. Vincent Peillon, Bildungsminister von 2012 bis 2014 unter Präsident François Hollande, erläutert seine Vision von dieser wichtigen Institution der Republik - eine Vision, die Gegenstand heftiger Kritik war.