Was würde übrig bleiben, wenn die Welt oder vielmehr das Leben auf der Erde aufgrund einer nuklearen Katastrophe oder des Klimawandels untergeht? Sicherlich nicht die Kunstwerke. Aber vielleicht die Technik. Hier ein Szenario aus einer Ausstellung über digitale Kunst.
Van Gogh gehört zu den Künstlern, deren Werk und Leben jedes Publikum fasziniert. Zu seinen Lebzeiten war er unbekannt, doch nach seinem Tod war sein Erfolg überwältigend und sein Genie wurde weithin anerkannt, was ihn zu einem der größten Künstler aller Zeiten machte. Heute ist es an der Zeit, dass immersive Multimedia-Ausstellungen das Werk und den Mythos des verfluchten Künstlers nutzen, um uns Sensationen zu verkaufen: Willkommen im Marketing des Erlebnisses.
Vom 20. bis 26. September fand die größte und prestigeträchtigste Messe für zeitgenössische Kunst, die Art Basel, statt, das internationale Treffen der Kunstwelt und der Sammler. Es wurden wie üblich Millionen umgesetzt, jedoch ohne große künstlerische Erneuerung. Die größten Galerien saßen brav auf ihren Top-Künstlern und gingen bei dieser Ausgabe kein Risiko ein. Warum also sollte man als einfacher Kunstliebhaber etwas weniger als hundert Franken ausgeben? Um sich überraschen zu lassen. Denn ja, auch wenn die Art Basel in diesem Jahr die Kunstwelt nicht überstrahlte, konnten wir einen interessanten Trend hin zur Figuration feststellen.
Es ist Februar 2020. Benjamin Grivaux ist gerade dabei, sich für das Amt des Bürgermeisters von Paris zu bewerben, als er in eine Kontroverse gerät: Intime Videos von ihm und einer jungen Frau erobern das Internet. Nachdem die Videos innerhalb weniger Stunden viral gegangen waren, musste Grivaux angesichts des Ausmaßes des Skandals zurücktreten. Was wird ihm vorgeworfen? Wegen Ehebruch. Vor allem aber der Heuchelei. Das ist nichts Neues und nichts Böses in der Boulevardpresse über französische Politiker. Pjotr Pawlenski, der das Video verbreitet, ist ein russischer Performer, der sich seit 2017 als politischer Flüchtling in Frankreich aufhält. Ein Künstler, der soeben die bereits begonnenen Grenzen des Artivismus überschritten hat, indem er die zeitgenössische Kunst als Geisel nahm, um nicht mehr einen autoritären Staat, sondern einen Ehebruch anzuprangern, indem er einen Diskurs annahm
Der damals sehr erfolgreiche Pablo Picasso zeichnete eines Tages in einem Restaurant eine Skizze auf die Tischdecke. Der Wirt bot ihm an, ihm im Gegenzug für seine Zeichnung und seine Unterschrift das Essen zu spendieren. Picasso antwortete sehr amüsiert und nicht dumm, dass er sein Essen mit seiner Zeichnung bezahlen könne, dass er aber nicht das ganze Restaurant mit seiner Unterschrift kaufen wolle. Eine Anekdote, die viel über den Stellenwert der Signatur auf dem Kunstmarkt und das große Interesse der Sammler an ihr aussagt. Stolz zur Schau gestellt, wie ein heiliger Teil ihres Schöpfers, stellt die Signatur oft weit mehr als nur eine Authentifizierung dar. Als Spiegelbild der Persönlichkeit kann das Autogramm oder allgemeiner die Handschrift eine gewisse plastische und ästhetische Qualität besitzen. Signatures (X) ist eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst des Neuenburger Künstlerkollektivs Smallville.