Die Mittwochsfilme - Eugène Praz
Im Jahr 2003 erschien Dogville von Lars von Trier. Er inszeniert in einem minimalistischen Bühnenbild die Geschichte der jungen Grace (Nicole Kidman), die auf der Flucht vor Gangstern Zuflucht bei den Bewohnern einer winzigen, ehemaligen Bergbaustadt in den Rocky Mountains findet: Dogville. Dort entdeckt sie in grellem Licht und durch erniedrigende Demütigungen - nicht für sie selbst, sondern für diejenigen, die sie erniedrigen - die schmutzigen Seiten ihrer Seelen. Die Rache wird schrecklich sein. Ob man es nun als göttlich zynisch oder distanziert realistisch, als Brecht'sch oder Dürrenmattianisch beurteilt oder schätzt, dieses Werk erscheint wie ein Film noir, in dem der Zuschauer der hilflose Detektiv oder der willfährige Komplize ist. Personen, die zu Misanthropie neigen, sollten von diesem Film Abstand nehmen.






