Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci
«Was sicher, offensichtlich ist, ist, dass dieser Text hier, es scheint mir nicht denkbar, ihn während des Wartens auf Robert geschrieben zu haben.»
Juni 1944. Marguerite ist Schriftstellerin. Sie wartet auf ihren Mann, Robert Antelme. Als Widerstandskämpfer wurde er von den Kollaborateure. Im immer noch besetzten Paris hält die junge Frau an ihrem Engagement für das Widerstandsnetzwerk fest. Dort arbeitet sie an der Seite von Dyonis, dem besten Freund ihres Mannes, mit dem sie eine Liebesbeziehung zu haben scheint; distanziert, zweideutig, aber sinnlich.
Um Informationen über Robert zu erhalten, trifft sich Marguerite mit dem französischen Gestapo-Agenten Pierre Rabier, den sie verachtet. Er hingegen scheint von ihren Augen, ihrer Handschrift und ihrem geheimnisvollen Auftreten angetan zu sein. Trotzdem versucht er, ihr Informationen über das Widerstandsnetzwerk zu entlocken. Sie bleibt diskret und vorsichtig, so dass sie vor Angst krank wird. «Ich bin sein Polizist», sagt sie sich innerlich, als die Angst sie verlässt und sie glaubt, Macht über den Polizisten zu erlangen. Da sie sich beide von einander bedroht fühlen, hören sie auf, sich zu treffen. Was bleibt, ist das quälende Warten auf einen Ehemann, der vielleicht tot ist, vielleicht lebt, vielleicht geliebt, vielleicht gehasst wird.









