| Jean-Baptiste Del Amo: verbrannte Körper, verbrauchte Begierden
DOSSIER «LE SEXE, SANS COMPLEXE» | Ob als einfaches Thema, als erzählerischer Motor, als Motiv der Subversion, als Feld der Erforschung oder der Wiederaneignung - Sexualität war in der Literatur schon immer präsent, bis sie mit dem Aufschwung der Chick Lit, der New und Dark Romance, zunächst auf der Plattform Wattpad und dann in den Regalen der Buchhandlungen, einen Popularitätsschub erlebte. In der französischen Literaturszene finden sich junge Autoren wie Simon Johannin, Pauline Delabroy-Allard oder Arthur Dreyfus, die sich des Themas ohne Verzierungen oder Auftritte annehmen und seine rohe Natürlichkeit offenbaren. Es gibt jedoch einen Romancier, der sich mit noch größerer Kühnheit behauptet, indem er einen extrem klassisch gefärbten Schreibstil mit einer rohen, unheimlichen und ungeschminkten Beobachtung des Fleischlichen und der menschlichen Natur verbindet. Dieser Romancier ist Jean-Baptiste Del Amo mit «Une éducation libertine» (Eine libertäre Erziehung).
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