Die Brasserie du Dzô, eine Hopfenperle im Herzen des Freiburger Terroirs
Die Freitage der Mikrobrauerei - Max Moeschler
Auf unserer ständigen und unersättlichen Suche nach dem optimalen Schaum, dem perfekten Hopfen und dem idealen Malz laden wir Sie heute in Freiburger Gefilde ein, die im Gegensatz zu einigen populären Sprichwörtern nicht nur das Reich von Gottéron und Fondue moitié-moitié sind, sondern im Gegenteil viele hopfenhaltige Überraschungen bereithalten. Präsentation und Verkostung in (fast) sommerlich guter Stimmung.
Die Brasserie du Dzô liegt in Vuisternens-devant-Romont in der Freiburger Glane. Ihr atypischer Name stammt aus dem Dialekt ihrer Heimatregion. Die katholische Tradition des Kantons hat viele Eltern zu biblischen Vornamen geführt, darunter «Joseph», ein Name, der im Freiburger Dialekt «Dzojè» ausgesprochen und zu «Dzô» verkleinert wird. Auch heute noch wird dieser typische Begriff in den Nachbarkantonen häufig für die Einwohner von Freiburg verwendet.
Das regionale Erbe und die Liebe zur Heimat stehen daher im Mittelpunkt der Philosophie der Brauerei. Diese ist die Verwirklichung des Traums ihres Besitzers, Gründers und Braumeisters Laurent Michel, eines gelernten Optometristen, der die Brasserie du Dzô Anfang 2016 eröffnete, nachdem er die Brauanlagen selbst erworben und installiert hatte. Die Brauerei, die entschieden lokal ausgerichtet ist, beginnt dennoch, sich auch in der übrigen Westschweiz einen Namen zu machen, vor allem dank der Originalität ihrer Biere, die sowohl das Ergebnis technologischer Innovation als auch jahrhundertealter Traditionen sind. «Originelle Rezepte kreieren, Freude bereiten und unsere Leidenschaft weitergeben» ist im Übrigen das Credo des Hauses.
Kommen wir nun zum Kern unseres Themas, ob es unserer Leber nun gefällt oder nicht: die vor Ort gebrauten Biere. Wie der Name der Brauerei wurden auch die Namen der Biere vom örtlichen Dialekt inspiriert. Das erste, das unsere Geschmacksknospen zum Zittern bringt, ist das Rupite (abgeleitet vom Dialekt "Rupite"). dèrupito was so viel wie «starker Hang» bedeutet), ein Weißbier im amerikanischen Stil, das geschickt verschiedene Hopfensorten mit Weizen kombiniert, was ihm einen entschieden erfrischenden Geschmack verleiht, mit einer eher kurzen Bitterkeit im Mund, aber einem ebenso lang anhaltenden wie angenehmen Geschmack nach Getreide und Zitrusfrüchten.
Es folgt das Chenaye, was in der lokalen Sprache «Glocke» bedeutet. Es wird als «saisonales Pale Ale im belgischen Stil» bezeichnet und ist ein perfektes Aperitifbier, das mit seinen Noten von Mandarine und grünem Pfeffer einen starken Durstlöscher darstellt. Der germanische Hopfen, der zum Brauen verwendet wurde, unterstreicht die klare und frische Bitterkeit dieses Biertyps.
Das Tintébin («Halte dich gut fest»), das erste Bier, das in der Dzô-Brauerei gebraut wurde, hat ein ganz anderes Profil als die beiden vorherigen Biere. Es handelt sich um ein irisches Rotbier, bei dem der Hopfen diesmal zugunsten des Malzes zurückhaltend ist. Die Bitterkeit ist daher leicht und der Geschmack eher mild und weich, was dieses Ale auch für Laien sehr zugänglich macht. Die Schaumkrone ist eher kurz und klein, was der britischen Brautradition entspricht.
Schließlich, nicht ohne eine gewisse Neugier, beginnen wir die Cramine (vom Patois kramena, was so viel wie «scharfe Kälte» bedeutet), ein atypisches Bier mit deutlichen deutschen Einflüssen. Das Cramine ist ein charaktervolles Schwarzbier mit Noten von Lakritze und Feigen, die von den deutschen Malzsorten herrühren, während die gerösteten Malzsorten Kakao- und Kaffeenoten verleihen. Es ist mild und komplex zugleich und eignet sich sowohl als Aperitif als auch als Begleiter zu warmen Gerichten.
Neben den bisherigen Bieren stellt die Brauerei auch Tripel nach belgischem Vorbild sowie andere Brauereiklassiker her, aber auch neue, originelle Kreationen mit grenzenloser Inspiration. Entdecken Sie sie!
Schreiben Sie dem Autor : max.moeschler@leregardlibre.com
Bildnachweis: © Brasserie du Dzô
Einen Kommentar hinterlassen