Am Dienstag Übergang zum freien Lachen
Die fünf Künstler des «Boulimy Comedy Mardy» vom 9. Dezember in der Brasserie des Théâtre du Passage in Neuchâtel. Foto: DR
In Neuenburg öffnet das Théâtre du Passage seine Brasserie für den Westschweizer Humor mit dem Boulimy Comedy Mardy. Fünf Künstler wechseln sich dort für eine Stunde ab. stand-up brutal und komplizenhaft, getragen von einer starken Nähe zum Publikum - trotz einer kontrastreicheren Aufnahme in den Kinosälen.
An einem Dienstag im Monat tauscht die Brasserie des Théâtre du Passage in Neuchâtel ihr Besteck gegen Scheinwerfer und Mikrofone. Seit Oktober hat sich das Passage mit den Dynamitgebern des Westschweizer Humors, dem Théâtre Boulimie aus Lausanne, zusammengetan, um eine Reihe von stand-up von jeweils etwa zehn Minuten in einer etwas gedämpfteren Atmosphäre als der üblichen der Comedy-Clubs: der «Boulimy Comedy Mardy».
Abwechselnd nehmen fünf Humoristen die provisorische Bühne in Beschlag und holen die Neuenburger ab. Denn mehr als nur einen Text zu interpretieren, Witze zu testen oder Szenen abzuspulen, kommen sie, um die lockere Stimmung im Saal aufzugreifen, mit ihr zu spielen und die Grenzen ein wenig zu verschieben. Man spürt, dass diese Künstler in einem Geist der offenen Kameradschaft hier sind, untereinander und mit dem Publikum. Und das ist es, was diesen Abenden die Würze verleiht.
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Am 9. Dezember teilten sich Laura Chaignat, Lucas Thorens, Lucas Vuilleumier, Yoanna Sallese und Lord Betterave die Bühne des Boulimy Comedy Mardy. Während einer Stunde wechselten die Zuschauer von einer Welt in die andere, und obwohl sie sehr unterschiedlich waren, waren sie sich in einem Punkt einig: ein sehr aufdringlicher Ton, der ständig das Publikum sucht. Das führt zu einer elektrischen und komplizenhaften Atmosphäre, in der Lachen und Blicke gleichermassen zu hören sind und die Nähe zwischen Bühne und Zuschauerraum jeden Zuschauer in eine andere Welt verwandelt. Punchline in direktem Austausch. Ein Abend ohne Schminke und Netz, an dem der Humor im Rhythmus der Postillons lebt: roh und lebendig.
Dass sich diese Geselligkeit auch auf das Personal der Brasserie ausdehnen würde, wäre umso köstlicher. Denn wenn dieser Dienstag im Theater unter dem Zeichen des Lachens stand, könnte man meinen, dass er für sie unter dem Zeichen der Anorexie der Sympathie stand.
Schreiben Sie dem Autor: quentin.perissinotto@leregardlibre.com
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