Schweiz Kommentar

Smartwatch: Wenn die Technologie zu schnell für das Gesetz ist

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geschrieben von Nicolas Jutzet · 27. März 2017 · 0 Kommentare

Das am 1. Januar 2017 aktualisierte «Swiss made»-Label, das Uhrenmarken vor der globalen Konkurrenz schützt, ist wegen seiner Starrheit und Komplexität umstritten. Dieser Fall ist ein Beispiel für ein größeres Phänomen: Das Gesetz kann den Fortschritt nicht mehr eindämmen.

Bis heute ist die Software der Smartwatch (intelligente Uhr), die das berühmte Label verwenden will, muss aus der Schweiz stammen. Valère Gogniat, Journalist bei Zeit, fasst die absurde Situation zusammen: «Das Problem ist, dass niemand geklärt hat, worauf sich das Schlüsselwort (Software) bezieht. Auf das Betriebssystem? Auf die Anwendungen der Uhr? Auf die Firmware, die die Komponenten steuert? Die Fédération Horlogère räumt diese Lücke ein und plant, das Gesetz von Fall zu Fall auszulegen. Das ist nicht ausreichend.» Es herrscht Unsicherheit, als ob die Logik des neuen Paradigmas vom Gesetzgeber nicht verstanden wird.

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Nachdem die Uhrenindustrie in unserem Land die Wende zum Quarz aus Arroganz verpasst hat, wird sie nun in der Lage sein, diese neue, tiefgreifende Veränderung der Uhrenlandschaft zu meistern? Nichts ist weniger sicher...

Nicolas Jutzet
Nicolas Jutzet

Nicolas Jutzet ist Mitbegründer des Mediums Liber-thé und Vize-Direktor des Liberalen Instituts in der Schweiz.

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