Die Diskussion um die künstliche Befruchtung für alleinstehende Frauen – das vergessene Kind?
Die Journalistin Marianne Grosjean, Kolumnistin bei Regard Libre. Zeichnung von Nathanael Schmid
Die Journalistin Marianne Grosjean richtet in jeder ihrer Kolumnen eine Botschaft an die Leser. In diesem Monat kommentiert sie die Fortschritte der medizinisch unterstützten Fortpflanzung (ART) in der Schweiz.
Die Schweiz steht möglicherweise kurz davor, einen weiteren Schritt in Richtung medizinischer Fortpflanzung zu machen. Eine Kommission des Nationalrats hat zugestimmt, die Samenspende für alleinstehende Frauen zuzulassen. Wenn die Schwesterkommission des Ständerats diesem Vorschlag folgt, wird das Gesetz geändert: Die medizinisch unterstützte Fortpflanzung (ART), die heute Paaren vorbehalten ist, würde für Frauen ohne Partner geöffnet.
Die Tatsache, dass an diesem Vorschlag gewählte Vertreter aus dem gesamten politischen Spektrum beteiligt sind, sagt etwas über die damalige Zeit aus. Die Vorstellung, dass man ein Kind zeugen kann, indem man sich von der Nachahmung der Natur - also der Verbindung von Mann und Frau - löst, hat sich allmählich in den Köpfen der Menschen festgesetzt, bis zu dem Punkt, an dem sie sich von der Idee abgewandt haben, dass es möglich ist, ein Kind zu zeugen.
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