Autorin: Jean-David Ponci
Jean-David Ponci

JEAN-DAVID PONCI

Bertrand Kiefer: «Die Pandemie zu banalisieren wäre ein Rückschritt für die Menschheit».»

Bertrand Kiefer: «Die Pandemie zu banalisieren wäre ein Rückschritt für die Menschheit».»

ENTERTAINMENT LONG FORMAT, Jean-David Ponci | Die Impfgegner und die Gegner des Gesundheitspasses ernst zu nehmen und zu versuchen, ihre Fragen zu beantworten, indem man ihrer Positionierung Argumente entgegensetzt, hilft uns allen, die Schwachstellen unserer Gesellschaften aufzudecken und gemeinsam die Begriffe Solidarität und Freiheit neu zu überdenken. Interview mit dem Arzt und Theologen Bertrand Kiefer, Chefredakteur der Schweizerischen Ärztezeitung.
Mozart - weniger ein Klassiker als ein Vorbote der Romantik

Mozart - weniger ein Klassiker als ein Vorbote der Romantik

Ich empfinde ein gewisses Unbehagen, wenn ich denke, dass Mozart der klassische Komponist schlechthin ist, im Gegensatz zu den Barockkomponisten oder den Romantikern. Das Wort «klassisch» erinnert an Regelmäßigkeit und Ordnung. Doch Mozarts Musik hat etwas Originelles, Tiefgründiges, Authentisches, das nicht so recht zum Klassizismus passen will. Dieser Artikel, der auf einem Vortrag des Pianisten Jean-François Zygel basiert, beschreibt die subtilen Prozesse, die den Mozartschen Präromantismus erklären.
24 | Die Machtübernahme der Taliban ist keine Niederlage des Westens

24 | Die Machtübernahme der Taliban ist keine Niederlage des Westens

ARTICLE LONG FORMAT, Jean-David Ponci | En voyant la rapidité avec laquelle les talibans se sont rendus maîtres de l’Afghanistan, on a tôt fait de critiquer les Etats-Unis qui auraient dû les en empêcher. Au-delà de cette première réaction, cette guerre nous offre une excellente base de réflexion pour une question universelle: comment une nation peut-elle transmettre ses valeurs à une autre? La réponse nous permettra d’y voir plus clair sur une prétendue défaite de l’Occident et de réfléchir à l’image que nous donnons au reste du monde.
46 | Dmitri Schostakowitsch: Ein Seiltänzer im Angesicht der Macht

46 | Dmitri Schostakowitsch: Ein Seiltänzer im Angesicht der Macht

LONG FORMAT ARTIKEL, Jean-David Ponci | 1947 Abgeordneter des Obersten Sowjets, 1960 Generalsekretär des sowjetischen Komponistenverbands, 1966 Held der sozialistischen Arbeit... Diese widerwillig angenommenen Ernennungen waren oft nur ein Mittel, um in seinem Namen Artikel zu veröffentlichen, die er nicht geschrieben hatte, oder um ihn Reden verlesen zu lassen, die er nicht billigte. Das passt gut zum totalitären Machtverständnis, wonach alles im Dienste des Staates steht. Schostakowitsch sollte nur ein weiteres Rädchen in dieser gigantischen Maschinerie sein. Wie kann ein Künstler unter solchen Bedingungen noch kreativ sein? Schostakowitsch ist mehr als nur eine Antwort auf dieses Dilemma. Er verkörpert es durch sein Leben. Wie ein Seiltänzer, der sich den Gesetzen der Schwerkraft unterwerfen muss, wenn er überleben will, unterwirft sich Schostakowitsch den unerbittlichen Gesetzen des Regimes, fordert sie aber gleichzeitig heraus, indem er Musik komponiert, die als Spott verstanden werden kann.
Offenbach, der erste Postmoderne

Offenbach, der erste Postmoderne

LONG FORMAT ARTIKEL, Jean-David Ponci | Wenn die Moderne in der Renaissance mit der Aufwertung des antiken Erbes beginnt, könnte die Postmoderne durchaus mit der Relativierung dieses Erbes beginnen. So ist Offenbach der erste, der es wagt, die Götter des Olymps auf die Bühne zu bringen, um sich über sie lustig zu machen. Allerdings gibt es bei ihm nie eine grundlose Frechheit. In seinen Werken findet man ein ganzes Programm zur Infragestellung des Establishments: Er thematisiert die sexuelle Befreiung und die Emanzipation der Frau. Er macht sich über die militärische Stärke lustig, stellt die Legitimität der politischen Macht in Frage, zeigt die lächerlichen Aspekte der bürgerlichen Liebe auf... Man könnte meinen, er sei nur ein Gaukler gewesen. In Wirklichkeit erlaubte es ihm nur der Humor, Dinge zu sagen, die er in einem ernsteren Genre als der Operette nie hätte ausdrücken dürfen.
Biokraftstoffe und die entscheidende Rolle der Staaten für die Zukunft des Planeten

Biokraftstoffe und die entscheidende Rolle der Staaten für die Zukunft des Planeten

ARTICLE LONG FORMAT, Jean-David Ponci | La volonté de différents pays d’augmenter la proportion de biocarburants dans l’essence met en relief d’importants enjeux: la difficulté d’une écologie vraiment bénéfique, mais aussi le rôle essentiel des Etats pour promouvoir des politiques fondées sur les valeurs face à une économie mondialisée qui ne semble connaître que la rentabilité comme critère.
28 | Tschaikowsky, zerbrechlich und doch Herr seines Schicksals

28 | Tschaikowsky, zerbrechlich und doch Herr seines Schicksals

Schönes Unglück, ein Oxymoron, das Tschaikowskys Musik gut charakterisiert. Er war sehr sensibel, zu sensibel, und litt sein ganzes Leben lang unter seiner Homosexualität, einem gewissen Verfolgungswahn, mangelndem Selbstvertrauen, dem Unverständnis anderer Musiker... Auch wenn er nicht der einzige Mensch war, der litt, ist er zweifellos derjenige, dem es gelungen ist, den Schmerz auf die ergreifendste Weise auszudrücken. Seine Melodien sind nicht nur wunderschön, sie entblößen auch seine Seele, sie scheinen aus den Tiefen seiner Not zum Himmel aufzusteigen. Doch hinter dieser Zerbrechlichkeit verbirgt sich ein Mann, der genau wusste, was er wollte. Dies zeigt sich in seiner Entschlossenheit, seine Werke trotz aller Kritik unverändert zu veröffentlichen, bis zu seinem geplanten Tod, für den er sein eigenes Requiem, die Pathétique, komponierte.