Grundlagen der Fotografie
Foto: Landon Martin (via Unsplash)
Jeder Fotograf, der aus dem Automatikmodus ausbrechen möchte, musste zunächst einige technische Grundlagen der Fotografie verinnerlichen, bevor er mit diesen spielen konnte, um Fortschritte zu machen und die gewünschten Effekte zu erzielen. Diese technischen Grundlagen gehören in den Bereich der Physik und Chemie, danach kommen die akademischen Grundlagen (Drittel-Regeln, Perspektiven usw. ). Es gibt drei wichtige Prinzipien, die man beachten sollte, wenn man mit der Fotografie beginnt und die richtige Menge an Licht hat: Empfindlichkeit, Blendenöffnung und Verschlusszeit.
Die Empfindlichkeit (ISO oder ASA)
Früher befanden sich bei der analogen Fotografie Silberkörner auf dem Film, die auf Licht reagierten (Bedeutung der Chemie). Wenn das Licht auf die Körner «traf», wurden sie schwarz; ohne Licht reagierten sie nicht (daher die Negative). Das Konzept bleibt auch bei der Umstellung auf Digitalfotografie gleich, die Silberkörner werden nur durch Sensoren ersetzt. Diese Sensoren oder Körner haben eine bestimmte Lichtreaktionsrate, die durch ISO-Werte angegeben wird (in der analogen Ära ASA genannt). Je höher der ISO-Wert, desto lichtempfindlicher sind die Sensoren und desto weniger Licht wird benötigt.
Für eine Landschaft in der starken Sonne Barcelonas wählt man eine niedrige Empfindlichkeit, z. B. ISO 100, damit das Foto nicht überbelichtet (zu hell) wird. Für ein Konzert bei schwachem Licht würde man eine hohe Empfindlichkeit von ISO 6400 bevorzugen, damit das Foto nicht unterbelichtet (zu dunkel) wird. Die Wahl der Empfindlichkeit verändert auch das Rauschen («Pixel»-Effekt, körnig). Wenn die Empfindlichkeit niedrig ist (kleine Zahl), wird es wenig Rauschen geben. Umgekehrt wird bei einer hohen Empfindlichkeit (große Anzahl) mehr Rauschen zu sehen sein. Bei Architekturaufnahmen, bei denen es auf Details ankommt, wird daher eine niedrige Empfindlichkeit bevorzugt. Der Einfluss des Rauschens bleibt dennoch vernachlässigbar.
| ISO 100 | ISO 6400 |
| Viel Licht | Wenig Licht |
| Wenig Lärm | Viel Lärm |
Die Blendenöffnung
Die Blende entspricht der Pupille des Auges und muss sich dem Licht anpassen. Bei starkem Sonnenlicht braucht man eine kleine Blende, um weniger Licht durchzulassen, und im Halbdunkel eine große Blende, immer mit dem Ziel, weder über- noch unterbelichtete Ergebnisse zu erzielen. Die Schreibweise f/2 steht für eine große Blende, f/16 für eine kleine.
Die Blendenöffnung beeinflusst die Schärfentiefe (Bedeutung der Physik), d. h. den Bereich, in dem das Motiv auf dem Foto scharf abgebildet wird. Eine große Blende (niedrige Zahl) erzeugt eine kurze Schärfentiefe. Daher wählt man diese Einstellung bei Porträts, um eine «künstlerische Unschärfe» oder ein «Bokeh» im Hintergrund zu erhalten. Eine kleine Blende (hohe Zahl) hingegen erzeugt eine große Tiefenwirkung und wird in der Regel für Landschaftsaufnahmen verwendet, um in allen Bereichen eine hohe Schärfe zu erzielen.
Die Verschlusszeit
Die Belichtungszeit ist die Zeit, in der das Licht auf die Sensoren trifft. Wenn es uns an Licht mangelt, muss die Verschlusszeit länger sein (1’’) als bei viel Licht (1/2000 Sek.). Mit dieser Einstellung können Sie den Eindruck von Stillstand oder Bewegung erzeugen. Wenn Sie einen schnell fahrenden Radfahrer fotografieren möchten, der scharf abgebildet werden soll, ist eine kurze Verschlusszeit erforderlich. Wenn Sie einen Spinning-Effekt wünschen, werden Sie sich für eine längere Belichtungszeit entscheiden.
Wenn Sie Ihr nächstes Foto machen, konzentrieren Sie sich auf die Wirkung, die Sie erzielen möchten. Nehmen Sie die richtige Einstellung vor und passen Sie die anderen Parameter an, um eine korrekte Belichtung zu erreichen. Von nun an können Sie auf den Automatikmodus verzichten und die Wiedergabe Ihrer Fotos genau steuern.
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