«Mir geht's besser» - eine gute Zeit im Kino

2 Leseminuten
geschrieben von Jonas Follonier · 06. Juni 2018 · 2 Kommentare

Les mercredidis du cinéma - Jonas Follonier

Laurent (Eric Elmosnino) ist ein Mann in den Fünfzigern, der unter der Krankheit des Jahrhunderts leidet: Während eines Essens mit seiner Frau und einem befreundeten Paar verspürt er plötzlich schreckliche Rückenschmerzen, obwohl er keine falsche Bewegung gemacht hat. Die Spezialisten, die er daraufhin aufsucht, sind sich einig, dass die Ursache im psychologischen Bereich zu suchen ist. Es ist schwer, das Problem für diesen weichen Mann, der ein Opfer der menschlichen Bosheit ist, zu identifizieren: Liegt es an der Belästigung, der er am Arbeitsplatz ausgesetzt ist, an der Scheidung, die seine Frau zu seiner Überraschung einreicht, an der mangelnden Zuneigung seiner Eltern? Oder sollte man nicht alle diese Belastungen zusammen betrachten?

Mir geht es besser, das ist eine dramatische Komödie in all dem, was ihren Reiz ausmacht. Das ist französisches Kino von seiner besten Seite. Doch Jean-Pierre Améris setzt auch auf Einzigartigkeit und wagt dabei das Groteske. In diesem Spielfilm steht die Instrumentalmusik von Quentin Sirjacq im Dienst einer gelungenen Verrücktheit, getragen vom Talent der Schauspieler, der Situationskomik und der Originalität der Kameraführung getragen wird, wie in einer kleinen Szene, in der vor dem Hintergrund des nächtlichen Paris künstlich wechselnde Hotelschilder vorbeiziehen.

Was die Besetzung angeht, sind – abgesehen vom köstlichen Eric Elmosnino – vor allem Judith El Zein hervorzuheben, die in der Rolle der unerträglich modernen Fünfzigjährigen brilliert: «Ich brauche eine Pause. Ich habe keine Lust, mit dir zu reden. Ich möchte allein sein.» Alice Pol wiederum ist bezaubernd in ihrer Rolle als Frau, die Zärtlichkeit und Trost spendet. Ganz zu schweigen vom ungebrochenen Genie von François Berléand, dessen Mitwirken der Komik des Films eine interessantere Tiefe verleiht. Bedauerlich war jedoch die Mitwirkung von Ary Abittan, der es nie geschafft hat, uns zu überzeugen.

Trotz dieses kleinen Wermutstropfens bei der Nebenrolle und einiger Einfachheiten in der Handlung, Mir geht es besser lässt sich wie ein schöner Moment vor der großen Leinwand genießen. Diese x-te Komödie, die an ein Drama grenzt, führt uns zurück zu unseren gegenwärtigen oder zukünftigen Sorgen und lässt uns diese durch die Leichtigkeit des Lachens und die Pariser Fantasiewelt hinter uns lassen.

Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com

Fotocredit: © Filmcoopi

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

2 Kommentare

  1. Le Regard Libre
    Le Regard Libre · 12. Juni 2018

    Tout à fait d’accord à vous, Monsieur Muller ! Merci pour votre commentaire.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Jonas Follonier

  2. Jean Muller
    Jean Muller · 12. Juni 2018

    Une nouvelle grande prestation de M. Elmosnino !

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