«Der Spion, der mich abservierte» oder Von der Unwahrscheinlichkeit

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geschrieben von Virginia Eufemi · 14. August 2018 · 0 Kommentare

Zwei langjährige Freundinnen in den Dreißigern, Audrey (Mila Kunis) und Morgan (Kate McKinnon), geraten durch eine Verkettung von Umständen in eine Affäre um Spionage, einen USB-Stick und Terrorismus. Hier ist eine Zusammenfassung des Films Der Spion, der mich abserviert hat von der Regisseurin Susanna Fogel. Klingt das verschwommen? Der Film ist es in vielerlei Hinsicht auch. Aber das ist noch nicht das Schlimmste.

Wer sich diese Hollywood-Actionkomödien ansieht, möchte meist einfach nur eine gute Zeit haben. Er will lachen, zusammenzucken, mitgerissen werden und – warum nicht – auch mal gerührt sein. Eine gute Portion Humor, Tempo und gute Gefühle reichen also aus, und schon ist das Ziel erreicht. Genau das hatten wir – nicht ohne Ungeduld – erwartet, nachdem wir den vielversprechenden – aber irreführenden! – Trailer zu Der Spion, der mich abserviert hat.

Es gibt Filme wie den berühmten Johnny English (2003) mit dem unvergleichlichen Rowan Atkinson, in denen es gelingt, einen Spionagefilm à la James Bond mit schrulligen, absurden Figuren und komischen Situationen zu verbinden und dabei gleichzeitig das Herz der Zuschauer zu berühren. In solchen sehr gelungenen Spielfilmen sind die «Bösewichte» nie wirklich böse, und es gibt keine explizite Gewalt. Der Zuschauer wird in eine Parallelwelt entführt, deren Regeln er dank des Humors gerne akzeptiert.

Der Spion, der mich abserviert hat ist eine Art von Johnny English Fehlschlag: Zwar treffen wir wieder auf die Protagonisten, die nicht gerade durch ihre Intelligenz glänzen, doch der Film ist viel zu gewalttätig, als dass man sich mit dem komödiantischen Aspekt wohlfühlen könnte. Dieser Hybridfilm scheint Action-Szenen in den Vordergrund zu stellen: Verfolgungsjagden, Schießereien usw. Als reiner Actionfilm ist er jedoch aufgrund von Details, die in einer «ernsthaften» Produktion unwahrscheinlich sind, ein Reinfall, und als Komödie ist er viel zu gewalttätig und konzentriert sich nicht genug auf hochwertigen Humor.

In diesem Spielfilm wirkt alles unwahrscheinlich, angefangen bei den Gefühlen und Reaktionen der jungen Frauen, die völlig unrealistisch und oberflächlich sind. Die Tatsache, dass Audrey beispielsweise nicht auf den Tod ihres Partners reagiert, macht sie nicht zu einer «starken Frau» – was die Regisseurin und Co-Drehbuchautorin wahrscheinlich hervorheben wollte –, sondern eher zu einer Idiotin mit absurdem Verhalten. Übrigens ist das vorgetäuschte feministische Engagement, das sich hinter diesem Film verbirgt, bedauerlich. Abgesehen von dem «revolutionären» Aspekt, zwei Heldinnen auf der Leinwand darzustellen, gibt sich eine von ihnen als ungeschickte und unwissende Verfechterin der Frauenrechte. Das war nicht nötig.

Es ist zudem höchst unwahrscheinlich, dass in einer so großen Stadt wie Wien innerhalb von zehn Sekunden nach einem Unfall zwei Polizeiautos vor Ort sind. In diesem Zusammenhang, Der Spion, der mich abserviert hat fährt fort in der Tradition des Spionagefilms, der internationale (oder besser gesagt europäische) Züge annimmt: Die beiden Freundinnen, die sich spontan als Spioninnen betätigen, reisen zwischen Prag, Berlin, Paris, Budapest und anderen europäischen Großstädten hin und her. Doch auch hier ist die Unkenntnis Hollywoods über unseren Kontinent absurd. Abgesehen von den klassischen Klischees über alternative Berliner und underground und dem eleganten Englisch ist der Film eine Aneinanderreihung grotesker Ungenauigkeiten. Es sei denn, man kann tatsächlich um elf Uhr morgens in einem schicken Wiener Café ein Käsefondue genießen.

Mila Kunis ist wie immer sympathisch in ihrer Rolle als orientierungslose Dreißigjährige, doch das reicht nicht aus, um den Film zu retten. Die Unwahrscheinlichkeit erreicht ihren Höhepunkt, wenn man feststellt, dass diese hochqualifizierten Spione keine Rücksicht nehmen und nicht zögern, mitten am helllichten Tag eine Reihe öffentlicher Orte zu zerstören – mit Schießereien, der massiven Zerstörung von Bars mitten in der Innenstadt, aus denen die Touristen wie durch Zauberei verschwinden, um Platz für Horden von Spionen zu machen. Wenn a fortiori Wenn man sieht, wie das Ende des Films gekürzt ist, denkt man sich, dass man selbst den Spion hätte loswerden sollen.

Schreiben Sie dem Autor: virginia.eufemi@leregardlibre.com

Bildnachweis: © Impuls Pictures

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