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«Unternehmer sind der wahre Reichtum eines Landes».»

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geschrieben von Le Regard Libre · 04 März 2025 · 0 Kommentare

Die Unternehmer Etienne Jornod - tätig in der Pharmaindustrie - und Léa Miggiano - Gründerin von Carvolution - teilten ihre spannenden Erfahrungen mit dem freien Unternehmertum anlässlich der Vernissage unserer Sonderausgabe, die gemeinsam mit Schweizer Monat.

Das freie Unternehmertum in der Schweiz populär zu machen, ist das Ziel von Le Regard Libre und das deutschsprachige Magazin Schweizer Monat durch die Produktion des Sonderausgabe «Unternehmerischer Geist» mit verschiedenen Artikeln zum Thema Unternehmertum. Kernelemente dieser Ausgabe sind eine Reihe von Interviews mit innovativen Unternehmern aus verschiedenen Branchen und Landesteilen. Diese Sonderausgabe wurde am 26. März in Bern im Rahmen eines Unternehmertalk die führende Persönlichkeiten zusammenbringt.

Die beiden Unternehmerinnen Léa Miggiano, Gründerin und CEO von Carvolution, und der ehemalige Verwaltungsratspräsident der NZZ-Gruppe Etienne Jornod, der derzeit OM Pharma in Genf leitet, gaben inspirierende Einblicke in die Welt der Unternehmer im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die von Ronnie Grob, Chefredaktor von Schweizer Monat, und Jonas Follonier, Chefredakteur des Regard Libre.

Kein «Unternehmer-Gen»

Auf die Frage, ob erfolgreiche Unternehmer, wie z. B. Elon Musk, auch schwierige Persönlichkeiten sein können, antwortete Etienne Jornod: «Aus meiner Sicht sind Unternehmer keine besonders unangenehmen Menschen. Selbst wenn ich es wollte, könnte ich es mir nicht leisten, da ich von meinen Mitarbeitern abhängig bin.

Der gebürtige Neuenburger ist überzeugt, dass es «sicherlich kein Unternehmer-Gen gibt, d. h. keine einzigartige Eigenschaft, die man braucht, um als Unternehmer erfolgreich zu sein». Vielmehr bedarf es einer Vielzahl von Fähigkeiten und immer auch einer Portion Glück. Für Léa Miggiano ist es wichtig, eine Vision zu haben, ausdauernd zu sein und Lust zu haben, durchzuhalten. Und, so fügt sie hinzu, man müsse einfach Spaß an der Arbeit haben.

Die wichtige Kultur des Scheiterns

Lea Miggiano war 23 Jahre alt, als sie zusammen mit anderen die Firma Carvolution gründete. Laut Bilanz, Heute gehört sie zu den «100 reichsten Jugendlichen der Schweiz». Sie ging mit einer grundsätzlich positiven Einstellung an das Abenteuer heran. «Es kann nur gut gehen», sagte sie sich: «Wenn ich scheitere, wird es extrem prägend und lehrreich sein. Und wenn ich Erfolg habe, wird es noch stärker sein.»

Die Basler hatte keine Angst vor dem Scheitern, vielmehr ging sie ein kalkuliertes Risiko ein. Die Risikoanalyse und die Maßnahmen, um dieses Risiko auf einem kontrollierbaren Niveau zu halten, waren ihr wichtig. Heute ist das Scheitern für sie ein Hobby«, scherzt die passionierte Springreiterin. Übrigens sei die Ausgangslage nach einem misslungenen ersten Versuch für einen zweiten Versuch einfach hervorragend. Etienne Jornod ist der Meinung, dass es in der Schweiz keine ausreichende Kultur des Scheiterns gibt: »Wer keine Fehler macht, tut nichts.»

Foto: Selina Seiler

Der Unternehmer sprach über das Scheitern der Expansion der NZZ in Österreich und bezeichnete ihn als lehrreiches Beispiel; das Zürcher Medienunternehmen hatte damals mehrere Millionen Franken verloren. Heute ist er jedoch überzeugt, dass dieser Misserfolg den späteren Erfolg auf dem viel größeren Markt in Deutschland erst möglich gemacht hat. Die NZZ hat heute über 60.000 zahlende Abonnenten in Deutschland, einem viel größeren und spannenderen Markt als Österreich.

In seiner Partei, der FDP, habe es früher viele Unternehmer gegeben, erklärte Etienne Jornod, und das sei heute leider nicht mehr der Fall. Seit den Lohnexzessen der Topmanager habe sich das Image der Unternehmer massiv verschlechtert. Obwohl es viele positive Beispiele gibt, wurde das Image bis heute nicht korrigiert. Der Unternehmensleiter wirft einen sehr kritischen Blick auf Frankreich. «Seit Colbert und Napoleon hat man dort nicht begriffen, dass der wahre Reichtum eines Landes seine Unternehmer sind», sagte er. Seiner Meinung nach sind wir in der Schweiz noch nicht so weit, «aber wir müssen auch aufpassen, dass wir nicht in diese Sackgasse geraten». Die angeregten Diskussionen unter den rund 100 Teilnehmern wurden bei einem reichhaltigen Aperitif fortgesetzt.

Der Originalartikel von Fabian Gull ist auf Deutsch erschienen in Schweizer Monat.

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Erste Schweizer Monatszeitschrift für Debatten

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