Doctor Gab's, das Rezept für ein mehr als handwerklich hergestelltes Bier

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geschrieben von Jonas Follonier · 26 Juli 2019 · 0 Kommentare

Die Freitage der Mikrobrauerei - Jonas Follonier

In der Industriezone von Puidoux, nur wenige Zugminuten von Lausanne entfernt, befinden sich die brandneuen Räumlichkeiten der mittlerweile berühmten Brasserie du Docteur Gab's. Und Sie können gleich sagen, dass es hier richtig knallt. Vor allem, wenn uns der Geschäftsführer Reto Engler durch seine Industrie führt und dabei unsere indiskreten Fragen beantwortet.

Stellen Sie sich vor. Sie steigen aus dem Zug Lausanne-Puidoux aus, der eine hervorragende Aussicht auf den Genfersee und seine zauberhaften Ufer bietet. Sie schauen auf Ihr iPhone, das Ihnen den Weg zu Ihrem Ziel weist. Es geht in Richtung Industriegebiet. So sei es! Die Fahrt dauert nicht lange, aber die Temperatur ist so hoch, dass Sie schon von den bevorstehenden Weinproben träumen. Die Arbeit verpflichtet. Dann kommen Sie an eine Kreuzung und ein Schild lässt Sie Ihren Kopf - und die Sonne - in Richtung dessen drehen, was nur noch das sein kann, denn es ist sehr, sehr groß geschrieben: die Waadtländer Brauerei "du". Dr. Gab's.

Eine handwerkliche Brauerei, die es in sich hat © Jonas Follonier für Le Regard Libre

Wir melden uns an und werden bald von Reto Engler, dem Betriebsleiter und einem der drei Gründer und Gesellschafter der Brauerei, begrüßt. Der junge Geschäftsführer führt uns durch die 3.000 Quadratmeter großen Räumlichkeiten. «Das Doppelte von dem, was wir vorher in Savigny hatten», Das ist eine gute Idee", sagt Reto. «Vor allem ist die Lage ideal: Wir befinden uns direkt an der Autobahn, es gibt Laderampen und überdachte Stationen für die Fahrzeuge.» Die Vergrößerung ist die große Konstante des Unternehmens. In Litern ausgedrückt ist das ziemlich beeindruckend: 40.000 Liter wurden in den 2010er Jahren verkauft, eine Million im Jahr 2018 ... und für 2019 sind 1,5 Millionen geplant.

Von Gabriel Hasler, David Paraskevopoulos und Reto Engler als Nebenerwerb neben dem Fitnessstudio oder der Lehre begonnen, stellt Doctor Gab's heute ihr Hauptgeschäft dar und übersteigt 100% Arbeit für die drei Teilhaber. Insgesamt sind in der Gesellschaft fünfunddreißig Personen beschäftigt, fünfundzwanzig Vollzeitäquivalente. Kann man da noch von einer Mikrobrauerei oder sogar von einer handwerklichen Brauerei sprechen? «Ja, insofern, als Handwerk nicht nur eine Sache der Quantität, sondern vor allem der Qualität und der Mentalität ist».», Ich habe keine Ahnung, was ich tun soll", antwortet unser heutiger Gesprächspartner gelassen. «Die Brooklyn-Brauerei in den USA ist grösser als Feldschlösschen, und doch ist ihre Herstellungsweise näher am Handwerk. Ausserdem ist hier die Unabhängigkeit der Marke entscheidend».»

Es ist also eher ein Unterschied in der Natur als im Grad. Apropos Grad: Die Biere von Doctor Gab's folgen nicht unbedingt der aktuellen Mode, die besagt, dass fast nur noch IPAs oder Sauerbiere gebraut werden. Das Mindeste, was man sagen kann, ist, dass die Brauerei eine breite Palette an Schäumen anbietet, die vom Durstbier - dem berühmten «Swaf» mit 4,8%, «nicht so einfach zu machen» - bis hin zum bernsteinfarbenen Bier - das sogenannte «Chameau» mit 7% - über ein Weißbier - das traditionelle «Houleuse» mit 4,8% - oder ein dreifach blondes Bier mit 8% (gut zu wissen, bevor man es trinkt), das «Tempête».

Die Sommer- und Wintertanks von Doctor Gab's Brauerei, die nun jedes Jahr eine andere Zusammensetzung haben. Wir finden die aktuellen gut! Jonas Follonier für Le Regard Libre

Doctor Gab's hat sogar mit Cidre begonnen und damit einen gewissen Erfolg erzielt. Die Kisten mit Crafty sind übrigens schon durch Le Regard Libre bevor wir uns im Rahmen dieser Kolumne mit ihm befassen. Es ist ein sehr angenehmer und gelungener Cidre, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Und es stimmt, wenn man aus unseren guten Früchten in grossen Mengen Schweizer Apfelsaft herstellt, warum dann nicht auch Schweizer Apfelwein, anstatt ihn aus der Normandie importieren zu lassen? Reto stellt uns auch die neue Zusammenarbeit von Doctor Gab's mit der berühmten «Blanche de Namur» sowie eine Partnerschaft in Form eines kollaborativen Prozesses mit QoQa vor. All dies sind zweifellos Rezepte einer Brauerei, die mehr als nur handwerklich arbeitet.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Fotocredit: © Jonas Follonier für Le Regard Libre

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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