Im 19. Jahrhundert tauchte in den Berichten von Reisenden, die in der Schweiz die Berge bestiegen, eine seltsame Gestalt auf: der «Alpentrottel». Seine Geschichte ist mehr als nur ein Gesundheitsphänomen.
Als Thomas Martyn 1788 die Schweiz besuchte, prägte ihn diese Erfahrung in mehrfacher Hinsicht. Der britische Naturforscher dokumentiert seine Reise in einem Guide du voyageur en Suisse. Darin heißt es über das Wallis: «Die Schwachsinnigen, die man Kretins nennt, sind in großer Zahl vorhanden. Hier beginnen auch Kropf oder geschwollene Hälse üblich zu werden.» Martyn ist nicht der Einzige, der diese Erfahrung macht. Viele Reisende, die die Alpen entdecken, treffen dort auf seltsame Wesen, die sich in einem Zustand fortgeschrittener körperlicher und geistiger Degeneration befinden.
Im Jahr 1842 lebten in der Schweiz schätzungsweise mehr als 8000 Kretins. Das entspricht 0,33 % des l
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