Die Fête des Vendanges, ein Fest der Ironie
Fête des Vendanges 2022 © Fête des Vendanges
Die legendäre Fête des Vendanges in Neuenburg, ein Tempel der lokalen Genusssucht, feierte nach drei Jahren pandemiebedingter Durststrecke ihr Comeback. Man muss feststellen, dass die Dinge trotz des schlechten Wetters nicht halbherzig gemacht wurden. Es kamen 350.000 Menschen zusammen, um sich fröhlich zu betrinken, das sind 50.000 mehr als bei der letzten Ausgabe im Jahr 2019. Und ein absoluter Rekord, der wohl kaum noch zu überbieten sein wird. Aber vielleicht gibt es etwas Bemerkenswerteres...
Das Fest der Weinlese ist auch ein Fest der Ironie: Man sagt, man trinke alles, nur keinen Wein. Und vor allem nicht den lokalen Wein, der von den anderen Romands oft verunglimpft wird. Es stimmt, dass die Partygänger eine ausgeprägte Tendenz haben, zwanghaft Bier, Gin Tonic oder andere hochprozentige Alkoholika zu sich zu nehmen, die sich in Reichweite ihrer bereits verschwitzten und klebrigen Hände befinden. Dieses Klischee ist zwar karikaturistisch, wird aber zumindest teilweise bestätigt, wenn man von Stand zu Stand schlendert. Das ist leichter gesagt als getan, wenn man die Ellenbogen der Schaulustigen zusammenpresst, Getränke wirft und Pfützen mit nicht identifizierten Flüssigkeiten bildet, so viele Dinge, die zur Festfolklore gehören.
Schreiben Sie dem Autor: max.moeschler@leregardlibre.com
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Bild: Foto von der Ausgabe 2022 © Fête des Vendanges
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