«Das große Spiel» und seine große Langeweile

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geschrieben von Loris S. Musumeci · 10. Januar 2018 · 0 Kommentare

Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci

«Poker ist Geschicklichkeit».»

Molly Bloom fährt mit Kraft und Entschlossenheit die Piste hinunter. Schon in jungen Jahren wurde sie von ihrem Vater dazu gedrängt, eine Meisterin im Buckelpistenfahren zu werden. Als sie zwölf Jahre alt ist, brechen sowohl ihre Hoffnungen als auch ihr Rücken. Doch obwohl die Ärzte ihr raten, mit dem Hochleistungssport aufzuhören, stürzt sie sich ein Jahr nach ihrer Operation mit voller Kraft in den Sport. Als sie kurz vor den Olympischen Spielen steht, verändert ein weiterer Unfall ihr Leben. Da sie nun keinen Sport mehr treiben kann, geht sie nach Los Angeles, um Jura zu studieren. Inzwischen hat sich der einst geliebte Vater verbittert von seiner Tochter abgewandt.

Neue Stadt, neues Leben. Die ehemalige Skifahrerin verdient sich in einer spießigen Bar ein wenig Geld. Dort lernt sie einen triebgesteuerten Geschäftsmann kennen. Da sie gierig ist, sich ein besseres Leben zu leisten, wird sie sowohl seine Assistentin als auch seine Dienerin. Dort muss sie die Pokerspiele ihres Chefs organisieren, zu denen die ganze Familie kommt. Jetset des Spiels. Die Begegnungen sind zahlreich. Molly Bloom macht sich einen Namen. Sie beginnt, ihre eigenen illegalen Pokerspiele mit reichen Spielern zu organisieren. Der Erfolg wächst, doch dann kommt das Unglück.

Mutige Ideen

Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten. Die echte Molly Bloom hatte diese in ihren Memoiren geschildert, Molly’s Game. Die Abenteuer der jungen Frau waren zweifellos äußerst spannend. Der Film hingegen ist das überhaupt nicht. Aaron Sorkin hat sich mit guten Absichten und mutigen Ideen an die Regie gewagt; leider endet das, was ein «großes Spektakel» werden sollte, in «großer Langeweile».

Das große Spiel dauert tatsächlich mehr als zwei Stunden, die ebenso inhaltslos wie sinnlos sind. Die wichtigsten Ereignisse sind bereits nach den ersten zwanzig Minuten abgehandelt. Danach besteht alles nur noch aus Lückenfüller in Form von ermüdenden Wiederholungen.  Molly Bloom organisiert Pokerrunden, sie hat Probleme, setzt ihre Pokerabende aber fort, dann hat sie wieder Probleme, wechselt den Ort und stürzt sich erneut ins Pokerspiel, usw. Eine solche Routine hätte in einem Werk mit mehr Substanz und einem konsistenteren Stil gut funktionieren können. So wie es ist, bleibt nur das Scheitern festzustellen.

Ein waghalsiger Rhythmus

Der Regisseur hat versucht, mit dem Tempo zu spielen, um seine Wiederholungen zu untermauern. Allerdings wird die Abfolge von Nahaufnahmen – von der Zigarette eines Spielers über die Spielchips und ein Glas Alkohol bis hin zu Mollys Gesicht – nicht gut genutzt. Sie lässt den Zuschauer die Schwere des Teufelskreises, den ein Leben in Ausschweifung mit sich bringt, nicht spüren, da die Kamera den Szenen vor dem Objektiv gegenüber ungerührt zu bleiben scheint. Kurz gesagt: Es gibt kein Leben. Nicht einmal in den Szenen, in denen die Atmosphäre eigentlich besonders angespannt sein müsste.

Was schließlich am meisten nervt: die Dialoge. Auch in diesem Punkt hat Aaron Sorkin versucht, einen lockeren Rhythmus in der Form zu finden und gleichzeitig einen ernsten Hintergrund zum Vorschein zu bringen. Fehlgeschlagen! Es ist unerträglich, ständig zuzuhören, wie die Schauspieler schreien, aufstehen, sich hinsetzen, die Arme verschränken, scheinbare Freude oder künstliche Empörung zur Schau stellen und ihrem Gesprächspartner ins Wort fallen. Poker hat nicht nur Molly Bloom ruiniert, sondern auch einen Film verdorben.

«Ich habe die Nase voll von diesem Haufen von Verkommenen. Die Gier geht mir auf die Nerven.»

Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com

Bildnachweis: © blogspot.com

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