Die Geschichte eines «Fotografen» ohne Geschichten

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geschrieben von Loris S. Musumeci · 29. Januar 2020 · 0 Kommentare

Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci

«Wenn Sie sich dieses Foto später ansehen, werden Sie die Sonne auf Ihrem Gesicht spüren.»

Bombay, Porte de l’Inde. Raphi prend en photo des touristes devant le monument pour leur vendre un souvenir. Métier précaire à l’heure des selfies, mais plaisant. Un jour, il tombe sur Miloni, une locale. Il lui propose une photo. Elle pose, ravissante. Impression en direct; elle prend l’image et part sans payer, plus par confusion dans la foule que par volonté de voler. Raphi retrouve Miloni, par une affiche publicitaire sur laquelle elle a aussi posé. La rencontre entre les deux débouche sur un accord. Il ne lui réclame plus l’argent de la photo, mais il a besoin d’un service. Qu’elle feigne d’être sa petite amie aux yeux de sa grand-mère pour lui faire plaisir et l’honorer. Miloni accepte. Qu’est-ce qu’on ne fait pas pour une mamie qui veut le bonheur de son petit-fils? Détail: avant qu’il ne connaisse son vrai prénom, le photographe avait déjà annoncé à sa grand-mère que sa fiancée s’appelait Noorie.

Noorie, Noorie

Warum Noorie? Weil es in Indien, wenn man den Namen Noorie ausspricht, so ist, als würde man bei uns Julia sagen; Julia erinnert direkt an die Figur einer Geliebten - Shakespeare sei Dank! Populärkultur dank der größten Romanze des indischen Kinos: Noorie (1979) mit seinem süßen Lied Aaja Re O Mere Dilbar. Friedlicher Titel im Bild des Fotograf der ihr ganz nebenbei Tribut zollt. Der Film ist ebenso friedlich wie langsam und meditativ. Die Regie von Ritesh Batra setzt auf einen wesentlichen Punkt: lange Einstellungen. Sie konzentrieren sich auf die Figuren, in diesem Fall Raphi oder Miloni, die ein bisschen an alles und ein bisschen an nichts denken.

Zusätzlich zu ihrem langsamen Tempo spielen die Szenen viel mit Unschärfe. Ohne auf allzu technische Überlegungen einzugehen, fällt einfach auf, dass auf recht banale Weise die um die Figur herum gezeichnete Unschärfe diese hervorhebt. Und ansonsten sind die Bilder einfach nur schön anzusehen. Der Film erzählt die Geschichte eines Fotografen; der Blick des Regisseurs ist auch der eines Fotografen. Fotografien von einem Indien voller Farben, Träume, Gedanken, Sonne und dem langsam fließenden Ganges.

Das wahre Indien

Ein Indien, das ebenso gut mit Umweltverschmutzung und Schmutz vertraut ist. Vor allem in Mumbai. Dennoch gelingt es dem Film, uns den Kontrast zwischen Anmut und Schmutz in perfekter Harmonie zu zeigen. Denn das ist Indien. Hochhäuser, Tempel, flatternde Gebetsfahnen, Müll auf den Straßen, edle Stoffe in den Farben des Paradieses, Jeans. Wir befinden uns mitten in der Atmosphäre des echten Indiens. Mit seinen Volksliedern, Sitar-Balladen, würzigen Melodien, Gerüchen, schwitzenden Arbeitern, unordentlichen Märkten, verfallenen Gebäuden, Festen, Freude, Frieden und Ungerechtigkeiten.

Der Fotograf zeichnet ein Porträt all dieser Merkmale, die Indien ausmachen. In einer ruhigen Atmosphäre. Ohne wirkliche Peripetien. Das geht so weit, dass der Film zeitweise langweilig wird und man das Gefühl hat, dass er nie in Gang kommt. Aber das ist nicht allzu schlimm, denn der Charme holt uns ein. Dieser Charme ist auch auf die Seltenheit eines solchen Szenarios zurückzuführen. Es passiert nichts, außer dass nach und nach eine Liebe entsteht. Ohne große Erklärungen, ohne explosive Gefühle. Raphi und Miloni fangen an, sich wirklich zu mögen, indem sie sich verstellen. Ohne irgendwelche Erwartungen oder Überraschungen zu verderben, weiß man, dass eine solche Beziehung nicht möglich ist. Ein Straßenfotograf und ein Mädchen aus gutem Hause sind nicht dazu bestimmt, sich zu lieben, vor allem nicht in Indien. Raphi ist sich dessen bewusst. Sie wird den Mann heiraten, den ihre Eltern ihr vorschlagen. Er bleibt ein Fotograf ohne Geschichten, ohne Noorie. Es sei denn...

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Bildnachweis: © Filmcoopi

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