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Philosophie

Bericht

Meinungsfreiheit war das Herzstück des Liberal Day6 Leseminuten

von Sam Lecole
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Journée libérale romande 2025

Die Grenzen der freien Rede, ihr Ausdruck durch Karikaturen und die Herausforderungen, die der Wokismus an dieses Grundrecht stellt, waren Themen, die im Mittelpunkt der 2025er Ausgabe dieses jährlichen Treffens standen, das gemeinsam organisiert wurde von Le Regard Libre, Die Konferenz fand am Samstag statt.

Nicht weniger als 70 Personen folgten der Einladung des Liberalen Instituts, des Cercle démocratique de Lausanne und Ihrer Lieblingsmonatszeitschrift und widmeten einen Tag ihres Wochenendes diesem Kolloquium mit seiner geselligen und intellektuellen Atmosphäre. In diesem Jahr begrüßte die Journée libérale romande den Essayisten Alain Laurent, den Professor für zeitgenössische Kunstgeschichte Phillipe Kaenel und den Journalisten Jonas Follonier, Autor von Die Verbreitung des Wokismus in der Schweiz, In einem Hotel in der waadtländischen Hauptstadt.

Grenzen der freien Rede

Alain Laurent kam aus Frankreich, obwohl am Tag vor seiner Abreise mit dem Zug unter dem Gare du Nord eine Granate gefunden wurde. Er ist erstaunt, wie wenig er über die Grenzen der Meinungsfreiheit bei liberalen Denkern gefunden hat. Sobald dieses Prinzip in der Erklärung der Menschenrechte existiert, ist es schwierig, seine Grenzen zu definieren. Auf der einen Seite ist die Beleidigung verboten, was Alain Laurent offenbar für eine gute Sache hält. Auf der anderen Seite «kann man nicht alles verbieten, was verletzt, nur weil es verletzt».

Der Essayist versichert, dass der Staat nicht der einzige ist, der die Meinungsfreiheit unterdrücken kann. Dies sei auch bei ideologischen Druckgruppen wie Daesh der Fall. In Frankreich kommt es sogar vor, dass Splittergruppen das Rechtssystem nutzen, um über die Einreichung einer Klage wegen «Hassrede» Zensur auszuüben. Für den Philosophen ist es wichtig, gegen Einschränkungen der freien Meinungsäußerung zu kämpfen, da sie durch ihre bewusste oder unbewusste Verinnerlichung Selbstzensur hervorrufen.

Karikatur und Zensur in der Schweiz

Bei der Meinungsfreiheit testet die Karikatur ihre Grenzen. Dies unterstützt Philippe Kaenel anschließend in seinem Vortrag. Sie ermöglicht es auch, die Realität getreuer als eine Zeichnung wiederzugeben, indem sie relevante Züge vergrößert. Der Referent stimmt mit Jean Huber überein, dass die Beziehung zwischen Karikatur und Zeichnung die gleiche sei wie die zwischen Licht und Schatten, die beide für einander notwendig seien.

Da sie auf die Realität einwirkt, drückt diese Kunstform auch soziale Theorien aus, ohne zwangsläufig die Struktur der Gesellschaft in Frage zu stellen. Im 15.. Jahrhundert erkennt Martin Luther die Macht der Bilder und nutzt sie. Der Pamphletist Thomas Murner verdreht die Bilder in Karikaturen, um seine Ideen anzufechten. Noch ein Jahrhundert später werden sie als ’Schmähbilder« bezeichnet. Heute müssen öffentliche Personen, auch wenn sie sich immer noch ungerechtfertigt angegriffen fühlen können, aus rechtlicher Sicht Verzerrungen ihrer Darstellung hinnehmen.

Wokismus und Verbote

Mit der Definition seines Themas hat Jonas Follonier, Autor von Die Verbreitung des Wokismus in der Schweiz, beginnt seine Abschlussrede. Laut Olivier Massin, Professor für Philosophie an der Universität Neuchâtel, bezeichnet Wokismus - oder Identitätspolitik - eine Ideologie, die folgende Annahmen vertritt: Unterdrückungsverhältnisse sind allgegenwärtig, sie definieren soziale Identitäten und ein Opfer muss sich nur als Opfer bezeichnen, um als solches anerkannt zu werden.

Jonas Follonier stellt fest, dass diese Bewegung in der Schweiz präsent ist. Zwischen Plakaten mit inklusiver Sprache und abgesagten Konferenzen berichtet der Chefredakteur des Regard Libre zitiert ein Beispiel für ein Formular des Schweizer Fernsehens (RTS) für die Unterstützung eines Films, das Felder enthält, die insbesondere zum Geschlecht oder zur Religion der Teammitglieder ausgefüllt werden müssen.

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Bei den Wokes wird jede Beleidigung, die von einer «dominanten» Gruppe ausgeht, sofort mit Unterdrückung gleichgesetzt, und jede Unterdrückung mit Unrecht, sodass jede Beleidigung, die von einer «dominanten» Gruppe ausgeht, verboten werden muss. Diese Verbote schränken per definitionem die individuelle Freiheit, einschließlich der Meinungsfreiheit, ein. Das macht den Wokismus zu einer illiberalen Ideologie, zumal er postuliert, dass Gruppen Rechte haben, während der Liberale argumentiert, dass es das Individuum ist, das Rechte hat, aufgrund seiner Menschlichkeit und nicht aufgrund irgendeiner anderen Gruppe.

Aus allen drei Vorträgen ging hervor, dass die Meinungsfreiheit grundsätzlich auf andere ausgerichtet ist. Sie ist notwendig, um die Gedanken des Einzelnen zu konfrontieren, und ermöglicht die Entwicklung der Gedanken und der Gesellschaft. Dies zeigte sich auch an diesem Tag, der von lebhaften und teilweise heftigen Debatten geprägt war.

Sam Lecole ist Praktikantin bei Regard Libre.

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Philippe Kaenel
Karikatur in der Schweiz
Presses Polytechniques et Universitaires Romandes, coll. «Savoir suisse» (Schweizer Wissen)»
Oktober 2018
152 Seiten

Philippe Kaenel
Die liberale Philosophie. Geschichte und Aktualität einer intellektuellen Tradition
Belles Lettres
Januar 2002
349 Seiten

Jonas Follonier
Die Verbreitung des Wokismus in der Schweiz
Slatkine
Oktober 2024
120 Seiten

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