Die libertäre Strömung in den USA, deren wichtigste Figur Murray Rothbard war, hat den dogmatischen Anti-Etatismus verlassen und sich mit der populistischen Rechten verbündet. Diese Entwicklung wirft für die Liberalen eine zentrale Frage auf: Wie weit kann man sich verbünden, ohne sich selbst zu verleugnen?
In einer Zeit, in der die politischen Trennlinien in Grossbritannien und Europa neu konfiguriert werden, äussert sich der Thatcher-Denker Mark Littlewood zur Zukunft der Rechten und zur Stellung des Liberalkonservatismus in Großbritannien und im Westen.
Die Intensivierung des Handels nach 1989 hat die Vorstellung von einer Welt genährt, die von Kooperation bestimmt wird. Heute erschüttern geopolitische Rivalitäten diesen Glauben und gestalten die Wirtschaftsbeziehungen neu.
Angesichts der Rückkehr des Protektionismus ist es wichtig, daran zu erinnern, dass es keinen Wohlstand ohne Handel, Wettbewerb und Arbeit gibt. Für Liberale besteht die Herausforderung nicht darin, sich zurückzuziehen, sondern neue Allianzen mit der Welt von morgen zu schliessen.
Da der Liberalkonservatismus ein Erbe verankert, dessen Kern die individuelle Freiheit ist, kann er eher eine kohärente Synthese als einen schwachen Kompromiss bilden. Hier ist eine Skizze, die sich auf Burke, Scruton und Kolnai ebenso stützt wie auf Smith, Tocqueville und Hayek.
In Paris, wo wir ihn lange in dem Viertel seiner Kindheit trafen, liest der Romantikspezialist und Literaturhistoriker Alain Vaillant in zwei Jahrhunderten westlicher Kultur den Aufstieg und dann den Niedergang einer auf das Individuum konzentrierten Zivilisation.
Der Liberalismus hatte zwischen 1830 und 1835 die Gelegenheit, allein zu regieren. Sein Misstrauen gegenüber dem Staat hinderte ihn daran, dieses Experiment fortzusetzen. Seitdem musste er sich verbünden, um seinen Einfluss zu wahren. Aber mit wem?
Etienne-Alexandre Beauregard plädiert in «Anti-civilisation» für einen Konservatismus des Gemeinwohls. Nation, gemeinsame Kultur und der «gewöhnliche Mensch» sind nach Ansicht des 25-jährigen Essayisten aus Quebec die vergessenen Voraussetzungen der liberalen Demokratie.
Die Alpenrepublik hält sich gerne für ein Modell des Liberalismus. Doch zwischen der Klage gegen einem französischen Satireblatt und dem Schweigen der Regierung angesichts der EU-Sanktionen gegen Jacques Baud versagt das Land im Test der Verteidigung der Freiheit.