Frankreich Kommentar

In Lyon gibt es «genderneutrale» Radwege. Wie bitte?

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geschrieben von Jonas Follonier · 12. Juni 2022 · 0 Kommentare

Ein grüner Politiker in Lyon verspricht «geschlechtsneutrale» Radwege. Und erklärt sich damit, dass vor allem Frauen mehr Sicherheit brauchen als Männer. Ein weiterer Eigentor in dem Match zwischen dem «woke»-Team und einem angeblichen Macho-Team.

Auf dem sozialen Netzwerk Twitter veröffentlichte der Umweltschützer Fabien Bagnon, Vizepräsident der Metropolregion Lyon und zuständig für Straßenbau und Mobilität, ein Foto des großen Fahrradausbau-Projekts des Ballungsraums, «Voies lyonnaises». Auf den Hinweis einer Internetnutzerin, dass bei der Gestaltung der Radwege das Prinzip der Gleichstellung berücksichtigt werden müsse, stimmte Fabien Bagnon zu. Der Politiker entschuldigte sich dafür, dies nicht erwähnt zu haben, und fügte hinzu: «Übrigens ist es die Fahrradfrauen-Community »Beyondmybike‘, die an den Fachsitzungen mit den Teams von ‚Voies lyonnaises‘ teilnimmt, um geschlechtsneutrale und somit inklusive Radwege zu entwerfen.“

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Wie könnten geschlechtergerechtere Radwege aussehen? «Wir versuchen herauszufinden, was die Nutzung durch ein bestimmtes Geschlecht behindern könnte», erklärt das Mitglied des Metropolrats in einem Tweet. «Ist es ein Problem der nächtlichen Beleuchtung? Wird der Radweg vor allem von Männern für sportliche Zwecke in Beschlag genommen?», fragt er sich. Es fällt auf, dass der Politiker eine Frage mit weiteren Fragen beantwortet. Mit anderen Worten: Er weiß selbst nicht, wie geschlechtsneutrale Radwege überhaupt aussehen könnten – lobt aber, dass solche gebaut werden.

Eine Ideologie, die sich gegen sich selbst wendet

Die Art dieser Fragen erreicht ein unglaubliches Maß an Dummheit. Wenn ein Problem mit der nächtlichen Beleuchtung tatsächlich geschlechtsdiskriminierend wäre, würde das bedeuten, dass Männer in diesem Fall weniger benachteiligt sind als Frauen, wenn es darum geht, sich ohne viel Licht zurechtzufinden. Übersetzung: Frauen brauchen Hilfe, sie sind wirklich Weicheier. Diese Äußerungen der Kommunalverwaltung, berichtet von Der Figaro, sagen nichts anderes aus:

«Die Gemeinde wird 250 Kilometer sichere Radwege anlegen, die vom übrigen Verkehr getrennt sind. So kann jeder sie gefahrlos nutzen – Männer wie Frauen.»

Einmal mehr erweist sich der sogenannte «Inklusivismus» als durch und durch paternalistisch, patriarchalisch, machistisch, sexistisch, fixistisch, autoritär und identitätsorientiert. Die Tatsache, dass diese Ideologie im Zentrum der Macht der drittgrößten Stadt Frankreichs steht, ist für die Zukunft kaum beruhigend. Wann werden Männer von den Radwegen verbannt, damit sich die anderen «Gemeinschaften» nicht durch so viel sportliches Talent unterdrückt fühlen?

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Jonas Follonier
Jonas Follonier

Jonas Follonier ist Chefredakteur von «L’Agefi» und Essayist sowie Gründer und Vorsitzender von «Regard Libre».

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