Kann eine Lüge den Staat gefährden?
Nach Kant untergräbt die Lüge die Grundlagen des Staates, während eine trügerische Wahrheit akzeptabel ist. Zwei Jahrhunderte später, mit Präsident Clinton, scheint dieselbe Logik in der Lewinsky-Affäre immer noch am Werk zu sein.
1998 musste Präsident Bill Clinton wegen einer Äußerung über sein Privatleben fast zurücktreten. Man wäre versucht, dies für einen Rest von Puritanismus zu halten. Bei genauerem Hinsehen ist die Sache vielleicht subtiler. US-Präsident Bill Clinton wurde nicht deshalb angeklagt, weil er von seiner Praktikantin Monica Lewinsky im berühmten Oval Office Oralsex erhalten haben soll, sondern weil er das amerikanische Volk belogen haben soll. Unter Eid hatte er nämlich erklärt: «Ich hatte keine sexuelle Beziehung zu dieser Frau, Miss Lewinsky».»
Bob Inglis, ein republikanischer Abgeordneter, der fest entschlossen ist, den Präsidenten aus dem Amt zu entfernen, hat
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