Schweiz Tribüne

Die entscheidende Rolle der Milizionäre für die Sicherheit am Arbeitsplatz

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geschrieben von Christian Wyssmüller · 04. September 2024 · 0 Kommentare

Im Laufe der Jahrzehnte hat das schweizerische Milizsystem ein gegenseitiges Verständnis der Berufswelt, der Politik und der Verbände sowie die gegenseitige Nutzung von Wissen gefördert. Dies gilt auch für die Präventionskultur in der Bevölkerung.

Die Schweizerische Gesellschaft für Arbeitssicherheit (SSST), die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Anlässlich ihres Jubiläums stützt sich die Organisation auf zahlreiche ehrenamtliche Helfer, um Dienstleistungen für mehr als 1.800 Fachkräfte aus den Bereichen Gesundheit und Arbeitssicherheit zu erbringen und ihnen eine hochwertige Ausbildung zu gewährleisten. Sie hat sich insbesondere zum Ziel gesetzt, die Sicherheit in allen Lebensbereichen, vor allem aber am Arbeitsplatz, zu fördern, die berufliche Weiterbildung voranzutreiben und ihren Mitgliedern die Ausübung ihrer Tätigkeit unter den bestmöglichen Bedingungen zu ermöglichen. Sie ist insbesondere für die Überwachung der Fortbildungen zuständig und führt ein Register der Sicherheitsfachkräfte (sogenannte «MSST»). auf seiner Website frei zugänglich.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1984 hat die SSST dank des Engagements ihrer Mitglieder vor Ort dazu beigetragen, die Zahl der Arbeitsunfälle in der Schweiz um mehr als 50% zu senken, doch ihre Aufgabe ist heute durch die Unsicherheiten bedroht, die über dem Milizsystem schweben. Tatsächlich wird es für die Verbände immer schwieriger, Personen zu finden, die bereit sind, sich in ihren Vorständen zu engagieren.

Mitarbeiter unterstützen, die sich engagieren möchten

Vor diesem Hintergrund haben die SSST und Suissepro, der Dachverband der Branche, im vergangenen Jahr eine Unterstützungserklärung für das Milizsystem in der Schweiz lanciert, um Unternehmen für diese Thematik zu sensibilisieren und sie dazu anzuregen, konkrete Massnahmen zur Unterstützung von Mitarbeitenden zu ergreifen, die sich engagieren möchten. Mit 31 unterzeichnenden Grossunternehmen und Verbänden, die mehr als 3 Millionen Arbeitnehmer vertreten und sich verpflichten, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Miliztätigkeiten begünstigen, übertrifft das Ergebnis dieser Kampagne die Erwartungen der SSST bei weitem. Es zeigt das Engagement der Wirtschaft für das Milizsystem, und zahlreiche Persönlichkeiten haben ihre Unterstützung bekundet.

Im Rahmen dieser Bemühungen wurde in diesem Frühjahr vom Waadtländer Nationalrat Jean Tschopp ein Postulat im Parlament eingereicht, in dem der Bundesrat aufgefordert wird, die Zweckmäßigkeit von Anreiz- und Erleichterungsmaßnahmen zu prüfen, die es Arbeitnehmern ermöglichen, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, um unser Milizsystem weiterzuentwickeln. Es soll diesen Herbst im Plenum diskutiert werden.

Das Engagement der Unternehmen ist für den Fortbestand des Milizsystems von entscheidender Bedeutung, und es zeigt sich, dass sich die Milizangehörigen sehr ungleichmäßig verteilen und sich auf die großen Unternehmen konzentrieren. Eine kürzlich unter den Mitgliedern der SSST durchgeführte Umfrage zeigt, dass 62 % von ihnen die gesetzlichen Anforderungen an die Weiterbildung erfüllen. Bei den 37,5 % der Mitglieder, die angeben, nicht auf dem neuesten Stand zu sein, sind die Hauptgründe dafür mangelnde Unterstützung durch die Arbeitgeber, Zeitmangel oder die fehlende Angst vor Sanktionen durch die Kontrollorgane (Suva, Kantone). 

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Diese Ergebnisse geben Anlass zur Besorgnis und zeigen, dass Arbeitssicherheit von Führungskräften, die sich mit anderen Prioritäten auseinandersetzen müssen, allzu oft als Belastung empfunden wird. Nach Ansicht der SSST ist es Aufgabe der Kontrollbehörden, die gesetzliche Verpflichtung der Unternehmen zur Übernahme der Kosten für die berufliche Weiterbildung durchzusetzen. Der Zeitaufwand und die Kosten für die Weiterbildung dürfen nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen.

Arbeitssicherheit sollte als Investition betrachtet werden, da sie zur wirtschaftlichen Gesundheit des Landes beiträgt – sowohl in Bezug auf Führungsqualitäten als auch auf das Image und den Austausch von Kompetenzen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass kleine und mittlere Unternehmen von Anreizen profitieren, um Mitarbeiter zu unterstützen, die sich engagieren möchten.

Jetzt sind die Politiker am Zug

In ihrer Antwort auf das Postulat von Jean Tschopp vertritt die Regierung die Auffassung, dass kein Bedarf für Massnahmen auf Bundesebene in dieser Frage besteht. Die bestehenden rechtlichen Grundlagen böten ausreichende Instrumente, die es den Arbeitnehmern ermöglichen würden, sich im Milizsystem zu engagieren. Bislang wurden jedoch trotz dieser alarmierenden Signale keine Anreize für Unternehmen geschaffen.

Auch wenn offenbar alle am Fortbestand des Milizsystems festhalten, ist es an der Zeit, dass die eidgenössischen Räte Druck auf die Exekutive ausüben, damit diese das Ausmaß des Problems erkennt und eine politische Lösung findet. Es geht um das Überleben zahlreicher Vereine, deren Aktivitäten der gesamten Gemeinschaft zugutekommen.

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