Er hat mindestens dreizehn Mützen auf dem Kopf, so viele wie Sterne auf seiner Kantonsflagge. Auf der sehr kleinen Ebene der Westschweiz vertritt er eine (kleine) öffentliche Stimme. Er bietet jedem, der es hören will, seine Art, die Welt zu sehen: durch die Bewegung Appel Citoyen, die er mitbegründet hat, durch den Think Tank Foraus, den er als Vizepräsident geleitet hat, oder durch das Ethiklabor, das er noch immer mitleitet. Seine Werte packt er auch bei 19h30 aus, wenn man ihn einlädt, um über Grundfreiheiten zu sprechen, bei Le Temps, wenn er einen Fragebogen zur Nachhaltigkeit durchführt, oder auf seinem Blog, wenn er aktuelle Ereignisse analysiert und gleichzeitig seinen Forschungsgegenstand vorstellt. Und wenn man Philosoph ist, ist der «Gegenstand seiner Forschung» weit gefasst. Und verwässert.
Der zweiunddreißigjährige Julien Rochedy ist ein ehemaliger aufsteigender Stern in der französischen Politik. Als Mitglied des Front National erlangte der junge Mann aus der Ardèche seine höchsten Ämter, als er 2012 zum politischen Berater von Marine Le Pen für den Präsidentschaftswahlkampf wurde und im selben Jahr die Leitung des Front National de la Jeunesse übernahm. Die ideologische Entwicklung von Marine Le Pen und der Partei ekelte ihn jedoch nach und nach an - wie er in einem auf seinem YouTube-Kanal geposteten Longform-Video erläutert. So gab Julien Rochedy 2014 jedes politische Engagement auf. Heute widmet er sich voll und ganz der Metapolitik, bei der es, wie er sagt, darum geht, den Kampf auf dem Gebiet der Ideen zu führen. Zu diesem Zweck veröffentlicht er Bücher, hält Vorträge und stellt Videos ins Internet. Ich habe Julien Rochedy im Internet entdeckt, ohne etwas über sein politisches Engagement zu wissen, und ihm dann ein Interview angeboten.
L'anti-idéologisme, rien qu'une posture
Die politische Landschaft der Schweiz erlebt zu Beginn des Jahres 2021 eine wichtige Wende. Die historische Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) nimmt die junge Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) in ihre Reihen auf. Diese Fusion, die hauptsächlich in der Deutschschweiz stattfindet, wird von einem Erdbeben begleitet, da die politische Formation ihren Namen in Le Centre ändert. Nathan Bender von den Jungen Christlichdemokraten (JDC) aus dem französischsprachigen Wallis und Sascha Zbinden von den Jungen Bürgerlich-Demokraten (JBDP) aus Bern kreuzen die Klingen und teilen ihre Visionen und Überlegungen zu dieser neuen Partei und den Herausforderungen, die sie in den nächsten Jahren zu bewältigen haben wird.
LONG FORMAT ARTIKEL, Clément Guntern | Jetzt, da sich Donald Trumps Amtszeit dem Ende zuneigt, stellt sich die Frage: Was wird er der Geschichte seines Landes als Erbe hinterlassen? Seine Persönlichkeit und seine politischen Handlungen mögen schockiert oder beeindruckt haben, aber er setzt einen Trend fort, der schon seit langem besteht: die nationale Uneinigkeit und den internationalen Niedergang der USA.
ARTICLE LONG FORMAT, Clément Guntern | En se lançant dans la voie bilatérale au début des années 2000, la Suisse pensait avoir trouvé une forme de cohabitation avec son voisin européen qui serait profitable et adaptée aux particularités suisses. Or, dès sa conception, cette voie était en réalité une impasse politique. Elle le reste aujourd’hui et s’explique par une série de mythes bien ancrés dans notre pays. Pour sortir de ce cul-de-sac, c’est au peuple suisse qu’il revient d’avoir enfin un projet européen. Un acte demandant courage et modestie et qui renforcerait notre identité nationale.
L’éditorial de Jonas Follonier
Das Jahr 2020 brachte nicht nur eine Pandemie mit unermesslichen Auswirkungen mit sich, sondern auch die Rückkehr oder vielmehr die Wiedergeburt eines Begriffs, der als veraltet, ungeeignet oder sogar gefährlich galt: Souveränität. Innerhalb weniger Monate ist das Thema wieder in den Mittelpunkt gerückt. Doch ein anachronistisches Vokabular verstellt den Blick auf das, was wirklich auf dem Spiel steht: nicht der Rückzug der Nationen auf sich selbst, sondern die Fortsetzung einer ausgewogenen Regulierung der Globalisierung.
ARTICLE LONG FORMAT, Robin Parisi | La formation suisse se conçoit comme un système à deux voies principales parallèles, mais perméables l’une pour l’autre. La voie dite «professionnelle» qui démarre par le célèbre CFC et peut s’achever par des diplômes ES, Brevets fédéraux ou encore Diplôme fédéraux. La seconde voie amène l’étudiant des écoles de maturité, gymnasiales ou spécialisées vers les hautes écoles que sont les universités et les HES. Pourtant, phénomène principalement romand, les hautes écoles spécialisées accaparent – et sous la bénédiction bienveillante des autorités cantonales francophones – le privilège de la formation professionnelle. Sans, toutefois, renoncer au prestige «universitaire» que le Processus de Bologne leur a apporté.