Schopenhauer, ein verbitterter Pessimist?
LANGARTIKEL, Danilo Heyer | Oft hört man diesen Spruch: «Man darf weder Pessimist noch Optimist sein, sondern muss Realist sein!» Nun gut, hüten wir uns davor, die Zukunft zu beschönigen. Dennoch erweist sich diese Haltung als völlig unzureichend für denjenigen, der wissen möchte, ob die Welt im Wesentlichen gut oder böse ist; ob das Leben lebenswert ist; ob die Existenz sich rechtfertigen lässt. Dazu müsste man ein metaphysisches Urteil fällen, wozu dieser Realismus jedoch nicht in der Lage ist. Man kennt Arthur Schopenhauer, diesen deutschen Philosophen des 19. Jahrhunderts, vor allem für seinen radikalen Pessimismus. Hat er der Welt jedoch wirklich nur eine Philosophie eines verbitterten Menschen geboten, wie manchmal behauptet wird? Eine aufmerksame Lektüre offenbart eine überraschende Mischung aus Pessimismus und Optimismus im Kern einer praktischen Philosophie, die sich als klar und für jeden Einzelnen von großem Nutzen erweist. Ist Glück letztendlich doch erreichbar?
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