DOSSIER IRONIE, Quentin Perissinotto | «Récent lauréat du prix de Flore, "Le Voyant d’Etampes" est la radiographie de la fracture entre deux générations qui ne se comprennent plus, le portrait de la déliquescence d’une époque, incapable de se confronter à l’effritement de ses illusions et de répondre aux nouvelles préoccupations antiracistes. Un sujet sensible qui se révélera très vite brûlant lorsque l’idéologie woke se chargera de son emballement médiatique. Une dimension sociétale qui transportait dans mon imaginaire de lecteur son escarcelle de traquenards romanesques et de craintes littéraires. Mais comme ce roman traite du cloutage au pilori d’un auteur que l’on n’a pas lu, il aurait été cocasse que j’en fasse de même. Alors soyons résolument dissidents, lisons-le!»
DOSSIER IRONIE, Antoine Bernhard | Überall patrouillieren militante Gruppen der radikalen Linken und bestrafen jede Abweichung von der neuen politischen Korrektheit mit einer Flut von Empörung. Dies führt zu Polemiken, die man heute üblicherweise als «woke» bezeichnet. Sie sind zwar in der Minderheit, aber dennoch nicht unschuldig. Denn sie werden immer zahlreicher und sind Teil eines politischen Projekts, dessen Taktik es zu verstehen gilt. Analyse.
DOSSIER IRONIE, Aude Robert-Tissot | Ein imaginäres Zentrum für zeitgenössische Kunst? Sind wir wieder einmal Opfer einer Täuschung der Zeit geworden? Auf keinen Fall. Das Kunsthausneverland ist ein sehr ernsthaftes Konzept. Es ist ein Zentrum für zeitgenössische Kunst, das von einem Künstlerkollektiv geleitet wird und ein echtes Programm anbietet. Die Besonderheit: Die Ausstellungen finden im Internet, genauer gesagt auf Instagram, statt. Ein innovativer Raum, der eine tiefgründige Satire auf die zeitgenössische Kunst entwickelt, indem er Fotomontagen verwendet, um den Internetnutzern eine Nase zu drehen.
ANALYSE, Jonas Follonier | Von Rabelais bis Kundera lässt sich die französische Literatur gerne durch das Prisma der Ironie betrachten. Die doppelte Bedeutung hat die Kraft, nicht nur Bedeutungen, sondern auch Stimmen und Werke miteinander in Verbindung zu bringen.
Der Zeichner Chappatte ist ein leidenschaftlicher Verfechter der Meinungsfreiheit. Hier beschreibt er die aktuelle Bedeutung dieses Kampfes und seine Sicht der Ironie, die von einem «Zeitgeist, der sehr von Empfindlichkeit geprägt ist», missbraucht wird. Auch in der Schweiz.
«Es gibt keinen Komödienfilm, der nicht systemkritisch ist; man kann keinen charmanten Komödienfilm drehen.» Das sind die Worte, die eine der größten komödiantischen Persönlichkeiten des Kinos, Jacques Tati, 1979 in einem Interview mit den «Cahiers du cinéma» äußerte. Doch das Komödienkino scheint sich heute gewandelt zu haben: Um systemkritisch zu sein, muss es charmant sein. Eine Analyse.
DOSSIER IRONIE, Enzo Santacroce | Die freie Meinungsäußerung ist untrennbar mit dem kritischen Geist verbunden. Sie ist verführerisch, aber auch eine oppositionelle Kraft, die ihre Verteidiger mit manchmal extremen Gefahren konfrontiert. Viele westliche Philosophen haben diese Erfahrung gemacht: Sie wurden verbannt, exkommuniziert oder sogar zum Tode verurteilt, weil sie die Autoritäten durch unbequeme Stellungnahmen herausgefordert haben. Warum ist es so gefährlich, seine Gedanken und im weiteren Sinne auch seine Worte frei zu äußern? Ein Blick auf Sokrates, das Symbol eines kritischen Geistes, der auf dem Altar der Konformität geopfert wurde, zeigt uns, wie zerbrechlich die Meinungsfreiheit auch heute noch ist.