Filme Kritik

Ein erschütternder Will Smith in «Verborgene Schönheit»

3 Leseminuten
geschrieben von Jonas Follonier · 11. Januar 2017 · 0 Kommentare

Regie: David Frankel, Verborgene Schönheit ist ein US-amerikanisches Drama, das am 21. Dezember letzten Jahres veröffentlicht wurde. Es erzählt von der völlig ungewöhnlichen Therapie von Howard Inlet, ein erfolgreicher Werbefachmann, der seine sechsjährige Tochter verloren hat. Die Geschichte spielt drei Jahre nach dem krankheitsbedingten Tod der Tochter. Eine sehr gute Wahl, dass Will Smith diesen Vater verkörpert, der am Boden zerstört ist, weil er den Tod nicht akzeptieren will.

Howard, der aus Trauer wortkarg geworden ist, ertrinkt nicht in Trauer, sondern im Nichts. Nichts ist mehr wichtig: Seine Tochter war alles, und sie ist nicht mehr. Der Tod eines geliebten Menschen, noch dazu eines sehr jungen, ist für jeden Menschen eine schreckliche Ungerechtigkeit. Daher die Phase der Trauer. Howard hat jedoch nicht getrauert. Andere nehmen die Dinge in die Hand.

Es handelt sich um seine Freunde und Kollegen, drei an der Zahl: Whit (Edward Norton), Claire (Kate Winslet) und Simon (Michael Peña). Diese finden einen Weg – den wir hier nicht verraten wollen, da er das Geniale an diesem Film ausmacht –, Howard dazu zu zwingen, sich den Realitäten zu stellen, die ihn beschäftigen: drei Abstraktionen, die in jedem Augenblick unseres Lebens so präsent sind – Liebe, Zeit und Tod.

Ein neues Trio wird von der Gruppe von Werbefachleuten, die ihrem Mitarbeiter und Freund helfen wollen, um Hilfe gebeten. Ein Trio von Schauspielern. Die Zahl drei scheint also in Allan Loebs Drehbuch eine Rolle zu spielen, ebenso wie eine gewisse Reflexion über die Schauspielerei, die in dem dramatischen Film selbst enthalten ist.

Abgesehen von unseren Überlegungen zur Handlung und zur hervorragenden Besetzung bestätigen mehrere Elemente die Schönheit des Spielfilms: vor allem wunderschöne Aufnahmen von New York, aber auch eine wirkungsvolle Musik, die den Film trägt. Uns wird ein echtes Drama präsentiert, und zwar in seiner essenziellsten Form: die Emotionen, die die Hauptdarsteller beim Publikum wecken, sowie das Schicksal, das über sie hereinbricht und sie miteinander verbindet.

NEWSLETTER DES FREIEN BLICKS

Erhalten Sie unsere Artikel jeden Sonntag kostenlos!

Jeder von uns findet sich in dieser Fiktion wieder, denn sie zeigt die Unzulänglichkeiten eines jeden menschlichen Lebens, das nichts weniger als eine Forderung ist. Ein Anspruch der Leidenschaft gegenüber der verborgenen Schönheit der Welt, trotz der Schwierigkeiten der Liebe, der Zeit und des Todes. «Nichts ist jemals wirklich tot, wenn man genau hinschaut». Dieser Satz aus dem Film könnte die Lehre daraus sein.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Jonas Follonier ist Chefredakteur von «L’Agefi» und Essayist sowie Gründer und Vorsitzender von «Regard Libre».

Einen Kommentar hinterlassen