Kann es ethisch sein zu lügen? Die Kant-Konstant-Kontroverse

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geschrieben von Enzo Santacroce · 29. Dezember 2022 · 0 Kommentare

Für Kant, den deutschen Philosophen, ist die Lüge immer eine zu verbietende Handlung, da sie das Vertrauen innerhalb der Gesellschaft zerstört und das moralische Gesetz im Menschen ankratzt. Bei Constant, dem französischen Philosophen, kann das Lügen je nach Kontext tugendhaft sein. Gekreuzte Blicke.

In einem berühmt gewordenen Streitgespräch vertraten die Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) und Benjamin Constant (1767-1830) jeweils ihren Standpunkt zur Frage, ob man in der Gesellschaft lügen darf oder nicht. Kant veröffentlichte 1795 das Werk Grundlagen der Metaphysik der Sitten, in dem er seine Theorie der Pflicht darlegte. Seiner Meinung nach ist die Wahrheit zu sagen ein Gebot, das unter allen Umständen eingehalten werden muss, auch wenn die Konsequenzen unangenehm sind. Kant veranschaulicht dies anhand des Beispiels eines Menschen, der gegenüber Mördern, die seinen Freund verfolgen, gestehen muss, dass er ihn tatsächlich deckt. Im Jahr 1796 veröffentlichte Constant Le Droit de mentir (Das Recht zu lügen), einen kurzen und pro

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