Die Schweizer Neutralität ist ein Mittel, kein Selbstzweck
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Neutralität war nie einer korsettartigen Definition unterworfen. Das zeigt sich in ihrer gesamten Geschichte. Sie hängt vom Wohlwollen der anderen Mächte ab und erhält ihren Sinn nur, wenn man bereit ist, sie im Kontext des jeweiligen Augenblicks zu verstehen.
Die Geschichte ist bekannt. Auf dem Wiener Kongress von 1815, der das napoleonische Reich, dessen Oberhaupt das Exil auf Elba und später auf St. Helena akzeptieren musste, abwickeln sollte, wurde die Schweiz endlich als unabhängiger Staat auf internationaler Ebene anerkannt und erhielt den Status eines Neutralen. Dieser Status wurde gewissermaßen zum Eckpfeiler einer Schweiz, die von nun an versuchte, sich auf dieser Grundlage eine starke Position zu verschaffen. So lautet zumindest die offizielle Version der Geschichte. Sie ist zwar nicht falsch, aber sie enthält eine Reihe von Elementen, die verschiedene Interpretationen darüber zulassen, was die Neutralität der Schweiz, die so oft zum Dogma erhoben wurde, letztendlich bedeutet.
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