Eine Tragödie trifft eine ruhige französische Gemeinde und ein ganzes System bricht zusammen. Emmanuel Venet macht aus diesem heißen Thema leider einen lauwarmen Roman.
Was kann die Literatur für die Lebenden tun? In einem unklassifizierbaren Text, der sich zwischen Erzählung und literarischem Essay bewegt, versucht Tanguy Viel, flüchtige Gedanken einzufangen, um sie auf den Seiten seines neuen Buches «Vivarium» auszubreiten.
Ob ein Angeklagter eingesperrt wird oder nicht, ist manchmal eine kornelische Entscheidung. Eine Reflexion über Freiheit und Sicherheit anhand von zwei zeitgenössischen Romanen.
Der kürzlich aus dem Deutschen übersetzte Roman des Berners Christian Kracht, der 2021 erschien, kehrt in die scheinbar sauberen helvetischen Gefilde seiner Kindheit zurück. Eine Erkundung der kindlichen Bindung und der Bedeutung der Abstammung, vor dem Hintergrund von Geld und Nationalsozialismus.
Rachida Dati wurde Siegelbewahrerin, während Sara im Alter von 19 Jahren zur Mörderin wurde. Sie sind jedoch beide im gleichen Milieu und in der gleichen französischen Kleinstadt aufgewachsen. Ermittlungen über ein Mädchen aus der Provinz, das in der Luft explodiert ist.
François Forestier gräbt die schwarzen Listen der USA und der Sowjetunion während des Kalten Krieges aus. Im Mittelpunkt seines Romans stehen Politik und Justizganoven, und das alles in einem Stil, der nicht zündet. Die Idee war jedoch vielversprechend.
Der Lausanner Autor Mathias Howald kehrt mit «Cousu pour toi» zurück, in dem er seine Erfahrungen aus den 90er Jahren, die damals von der Aids-Epidemie betroffen waren, und die Spuren, die sie hinterlassen haben, schildert. Diese autofiktive Erzählung in zwei Teilen verleiht einer manchmal vergessenen Epoche eine Stimme.
Die fünfte Veröffentlichung der iranischen Schriftstellerin und Journalistin Aliyeh Ataei, die zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt wurde, ist «Die Grenze der Vergessenen», in der sie in neun Kurzgeschichten ein Bild von Exilen mit einem bitteren Beigeschmack zeichnet. Eklig.