Von der Darstellung der Alpen in der Schweiz
Dieses Thema ist ein Auszug aus dem Fotoprojekt von Nicolas Brodard Von der Darstellung der Alpen in der Schweiz. Dieses demnächst erscheinende Buch erforscht die visuelle Identität der Schweiz, die auf der Alpenlandschaft basiert.
In der Mitte des 19.. Jahrhundert bildete sich die Schweiz als föderaler Nationalstaat heraus. Nach dem Ende des Sonderbundskrieges setzte die Idee eines landesweiten Zusammengehörigkeitsgefühls voraus, dass eine kollektive Erzählung verfasst wurde, auf die sich der Geist der Eintracht stützen konnte. Diese entstand auf der Grundlage bereits existierender Texte, von denen einige heroische Taten mit dem Ziel der Unabhängigkeit und Solidarität würdigten, wie die Schlacht von Morgarten oder Wilhelm Tell. Die Entstehung dieser nationalen Erzählung unter der Führung der Radikalen ist jedoch auch zeitbedingt und Teil einer grundlegenden intellektuellen und kulturellen Bewegung, die eine europäische Dimension hat.
Die Romantik umfasste alle Bereiche der Kunst und des Denkens: Literatur, Musik, Malerei, Grafik, aber auch Philosophie und Politik. Die Romantik, die der Ästhetik des Erhabenen und der Gartenkunst vorausging, setzte sich für das Spektakuläre und die Landschaft ein.
Die junge Nation hat die Originalität, ihre Landschaft als visuelle Identität zu etablieren und sie zum Grundpfeiler ihrer Repräsentation zu machen. Da das Land nicht sehr groß ist und hauptsächlich aus Bergen besteht, ist es in der Lage, die malerische Dimension seines geografischen Raums voll auszuschöpfen und zu nutzen. Da sich die alten Erzählungen mit dem Anbruch eines Zeitalters unter der Herrschaft des Bildes decken, ist die Schweiz bereit, mit wertvollen Trümpfen in die Moderne einzutreten. Dies zeigt sich in der rasanten Entwicklung einer Massentourismusindustrie, die von den europäischen Eliten mitgestaltet wurde und der die Schweiz viele ihrer Infrastrukturen und wirtschaftlichen Entwicklungen verdankt.
Das Thema der Entstehung und des Fortbestehens dieser einzigartigen Identität ist das Thema des Fotoprojekts Von der Darstellung der Alpen in der Schweiz. Dieses Buch, das demnächst erscheinen wird, zielt auf eine kritische Analyse dieser kollektiven Bilderwelt ab, indem es die Umrisse des Erhabenen und der Romantik, die die Schweiz zum Referenzgebiet der Berge in der nationalen und weltweiten kollektiven Vorstellungswelt gemacht haben, neu beleuchtet. Der ikonische Charakter der Berggipfel tritt in dieser visuellen Studie, die sich aus einem Spiel zwischen Fiktion und Realität speist, jedoch nie im unmittelbaren Sinne zutage.








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