Außerhalb der Welt, für die Welt
Im Kloster werden der individuelle und der gemeinschaftliche Körper im Einklang mit den Regeln und unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestaltet. Auch wenn der Wert und die Auswirkungen dieser Lebensentscheidung in der heutigen Zeit wenig Beachtung und Berufung finden, so kann man doch sagen, dass sie niemanden gleichgültig lässt, denn der Wunsch, sich demütig einem Höheren hinzugeben, um innere Freiheit zu erfahren, steht im Gegensatz zum Zeitgeist.
Die jüngste Pandemie und das Phantasma der von vielen herbeigesehnten tugendhaften Revolution - basierend auf der Idee einer Rückbesinnung auf grundlegende Werte und mehr Fürsorge in der Gesellschaft - sollten einen neuen Blick auf die klösterliche Isolation und Askese ermöglichen.
Die Dokumentarfotografie stellt den Wert des Augenblicks in der Stille nachhaltig ins Licht und in die Perspektive. Sie ist von kontemplativer Natur, verfügt über ein breites symbolisches Register und lädt zur Introspektion und Transzendenz ein. Der Fotograf, der eingeladen wird, die Klausur zu integrieren und mehrere Wochen lang als Beobachter am brüderlichen Leben teilzunehmen, ist sich seines Privilegs bewusst und muss sich bei der Ausarbeitung seines Vorgehens nicht in Mutmaßungen verlieren, sondern ist mit den Analogien, die sich ihm bieten, vollauf zufrieden. Wie der Mönch, den er beobachtet und nachahmt, wandert er, trifft er, studiert er, auf der Suche nach Wissen und Verständnis, und arbeitet in der Hoffnung auf einen universellen Austausch.










Im Auftrag des Museums für Kunst und Geschichte des Kantons Freiburg wurde diese fotografische Untersuchung über Klausurgemeinschaften im Jahr 2022 durchgeführt. Als Echo auf die Lebensweise und die Philosophie des Mönchtums stützen sich Inhalt und Form der Bilder auf die Tradition, um besser in die Gegenwart zu investieren. Die Konturen der Darstellung des Heiligen und universeller metaphysischer Themen werden wiederentdeckt.
Schreiben Sie dem Autor: nicolas.brodard@leregardlibre.com
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