Mark Lilla: «Wir müssen unsere blinden Flecken im Auge behalten»
Der Essayist Mark Lilla ist Professor für Literatur an der Columbia University. Foto: Christophe Dellory
Mark Lilla zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Ideengeschichtlern. Vom Aufstieg der Identitätspolitik bis hin zu den Grenzen des Rationalismus untersucht der US-amerikanische Wissenschaftler seit mehreren Jahrzehnten die intellektuellen Triebkräfte, die den Westen prägen.
Umgeben von Bücherstapeln, die scheinbar jeden Winkel seines New Yorker Büros erobert haben, vermittelt Mark Lilla auf Anhieb den Eindruck, einer vom Aussterben bedrohten intellektuellen Spezies anzugehören: die der Ideengeschichtler, die mit gleicher Leichtigkeit von Aristoteles zu Donald Trump, von John Stuart Mill zu den amerikanischen Kulturkriegen wechseln können.
Professeur à l’université Columbia depuis deux décennies, il s’est fait connaître bien au-delà du monde académique par ses essais consacrés aux dérives de la politique identitaire, aux séductions des idéologies et aux errements des intellectuels modernes. Pour Le Regard Libre, il
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