Was ist, wenn der Kampf gegen Maskulinismus kontraproduktiv ist? Was, wenn die Dekonstruktion männlicher Stereotypen uns von der eigentlichen Herausforderung ablenkt? Warren Farrell ist sich sicher. Jungen befinden sich in einer tiefen Krise und einer stillen Vernachlässigung.
Warren Farrell gehört zu den einflussreichsten, aber auch umstrittensten zeitgenössischen Soziologen in den USA. Nachdem er in den 1980er Jahren die von ihm mit geleitete feministische Organisation NOW verlassen hatte, wurden ihm maskulinistische Tendenzen vorgeworfen. Und einige seiner Stellungnahmen brachten ihn unfreiwillig mit rechtsextremen Bewegungen in Verbindung.
Doch wenn man ihre Schriften, Vorträge oder Interviews erforscht, entdeckt man einen differenzierten und wohlwollenden Ansatz, der sich um ein Gleichgewicht und einen Dialog zwischen den Geschlechtern bemüht. Anstatt den Feminismus abzulehnen, erweitert Farrell die Debatte, indem sie Problematiken sichtbar macht.
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