Debattenkultur und Kulturdebatte, immer und immer wieder
Zeichnung von Nathanaël Schmid für Le Regard Libre
Anlässlich dieses 100. Nummer, lasst uns den Pluralismus feiern – und die damit einhergehenden Werte Toleranz und Meinungsfreiheit. Bei der Gründung des Regard Libre, hätten wir uns nicht vorstellen können, in welchem Maße diese Leitbegriffe unserer Zeitschrift verteidigt werden müssten.
Eine Lücke im geistigen Leben schließen. Das war unser Ziel bei der Gründung dieser Zeitschrift im Januar 2014 auf studentischer Ebene. Das ist es auch heute noch – auf der Ebene der Medien- und Wissenschaftswelt. Mittlerweile ist sie die erste Schweizer Publikation im Katalog von Cairn.info (dem größten französischsprachigen Portal für geisteswissenschaftliche Artikel und Nachrichten) und ein unverzichtbarer Akteur bei der Organisation gesellschaftlicher Debatten auf der Genfer Buchmesse, Le Regard Libre ist mittlerweile zu einer festen Größe in der intellektuellen Szene der Romandie geworden. Das Ziel ist somit teilweise erreicht, und nun gilt es, diesem Anspruch gerecht zu werden. Dessen sind wir uns mit Blick auf die Zukunft mehr denn je bewusst. Doch bis dahin wollen wir diese ganz besondere Ausgabe nutzen, um einen Blick auf die geleistete Arbeit zu werfen und dieses Jubiläum zu feiern!
Der Pluralismus des Regard Libre
Lasst uns den Pluralismus feiern – und die damit einhergehenden Werte Toleranz und Meinungsfreiheit. Vor fast zehn Jahren hätten wir uns nicht vorstellen können, wie sehr diese Leitbegriffe des Regard Libre in Gefahr wären und daher um jeden Preis verteidigt werden müssten. Ebenso wie die Kultur, die sowohl die Diskussionen bereichert als auch selbst Gegenstand dieser Diskussionen sein kann.
Le Regard Libre stellt sich auf die Seite der Debattenfreunde. Le Regard Libre stellt sich auf die Seite der humanistischen Kultur und des gegenseitigen Lernens. Le Regard Libre stellt sich auf die Seite der Wahrheit, die zwar nie ganz erreicht wird, nach der man aber dennoch stets streben muss. Le Regard Libre stellt sich auf die Seite der Linken und der Rechten, die den „Wokismus“ ablehnen, der Liberalen, die sich gegen die Engstirnigkeit bestimmter Konservativer wehren, und der Konservativen, die sich dem Sektierertum bestimmter Liberaler entgegenstellen. Le Regard Libre stellt sich auf die Seite des Kampfes gegen veraltete Dogmen. Der Kampf geht weiter – noch mindestens hundert Ausgaben lang!
Und dass dieses ehrenamtliche Abenteuer weitergehen kann, verdanken wir Ihnen. Ihnen, liebe Leser, die an uns geglaubt haben, als wir noch in Schwarz-Weiß und geheftet gedruckt haben. Ihr, unsere Partner, die ihr nicht gewartet habt, bis wir ein großes Publikum hatten, um uns zu unterstützen. Ihr, Förderer, Freunde und Medienvertreter, die uns Mut gemacht haben – ihr wisst, wer ihr seid. Und ihr, liebe Kollegen, ehemalige und aktuelle … Was für eine Leistung, diese hundert Ausgaben, das muss man schon sagen!
Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com
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